Continuous Rebellion in Hong Kong

The ongoing revolt in Hong Kong was and continues to be of special interest to our journal as it is part of the visible revolts occurring in 2019 in many different places of the globe. Whether these isolated hotspots in Europe, Central and South America, Asia, the Middle East, and the Maghreb are an indication of a larger groundswell of upheavals in the near future remains an open question for now. In the following, we publish the first part of an interview with Au Loong Yu conducted by email, which refers to events up to 26 November 2019. Au is a Hong Kong-based writer and activist and well connected with social movements in Hong Kong as well as abroad.

Vorveröffentlichung: Ahlrich Meyer, Wie Hannah Arendt versuchte, Karl Marx beizukommen. Bemerkungen anlässlich des Erscheinens der Arendt-Gesamtausgabe

Seit vergangenem Herbst erscheint die Kritische Gesamtausgabe der Werke Hannah Arendts. Begonnen wurde mit dem Band 6, herausgegeben von Barbara Hahn und James McFarland. Unter dem Titel „The Modern Challenge to Tradition“ enthält der zweisprachige Band Aufsätze und unveröffentlichte Vortragsmanuskripte aus den Jahren 1952 bis 1954. Sie geben Einblick in die Entwicklung des Denkens von Arendt zwischen ihren beiden Hauptwerken The Origins of Totalitarianism (1951) und The Human Condition (1958). Im Mittelpunkt steht eine Auseinandersetzung mit Karl Marx, die Arendt ursprünglich zur Ergänzung ihrer Totalitarismus-Studien begonnen hatte und die sie zu einer eingehenden Beschäftigung mit der Tradition der europäischen Philosophie ausweitete. Dem Werk von Marx wird sie allerdings kaum gerecht, da sie es auf wenige Kernsätze reduziert. Ihre Mißdeutungen lassen sich exemplarisch am Begriff der Arbeit nachweisen. Was Marx als „Stoffwechsel“ zwischen Mensch und Natur beschrieben hatte, gerät bei Arendt zur idealtypischen Figur des „animal laborans“. Dagegen erinnert Ahlrich Meyer in seinem Essay an die kritischen Elemente im Marxschen Arbeitsbegriff. Der Text findet sich hier.

Vorveröffentlichung: Gilets jaunes / Gelbwesten – eine Zwischenbilanz

Willi Hajek hat 14 Jahre in Paris und 12 Jahre in Bochum gelebt, war und ist aktiv in der deutschen wie der französischen Gewerkschaftslinken, ist Autor im Express und anderen linken deutschen Zeitschriften. Er ist seit seiner Jugend mit den sozialen Bewegungen in Frankreich eng verbunden, als Aktivist, aber auch als Verfasser von Texten zur Geschichte der deutschen und französischen Linken nach 1968. Heute lebt er in der Nähe von Marseille. Willi berichtete zuletzt auf Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten, so auch in Hamburg, über die Proteste und Aufstände, die in Frankreich seit dem letzten Herbst stattgefunden haben. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um ihm einige Fragen zu stellen, die unter anderem an Texte zu den neuesten Sozialprotesten anschließen, die bislang in Sozial.Geschichte Online erschienen sind. Das Interview findet sich hier.

Vorveröffentlichung der Rezension: Felix Bohr, Die Kriegsverbrecherlobby

Das im Herbst letzten Jahres publizierte Buch von Felix Bohr, Die Kriegsverbrecherlobby. Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter, hat seit seinem Erscheinen viel Aufmerksamkeit gefunden und wurde kontrovers diskutiert. Wir veröffentlichen vorab eine Besprechung von Ahlrich Meyer, die im nächsten Heft der Sozial.Geschichte Online erscheinen wird. Die Rezension findet sich hier.

Vorveröffentlichung: Genetische Forschung in der Konfrontation mit der NS-Anthropologie

Karl Heinz Roth stellt in unserer Vorveröffentlichung aus Heft 24 der Sozial.Geschichte Online das Lebenswerk des Genetikers und Wissenschaftshistorikers Benno Müller-Hill (1933–2018) vor. Müller-Hill setzte sich intensiv mit der Rolle der Humanwissenschaften bei der Vorbereitung, Durchführung und Verwertung der nationalsozialistischen Vernichtungspraxis auseinander. 1984 veröffentlichte er „Tödliche Wissenschaft“, eine Untersuchung über die NS-Anthropologie, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und breit rezipiert wurde. Die Vorveröffentlichung findet sich hier.

Vorveröffentlichung: Der ‚jüdische Nigger‘ Lassalle. Marginalie zu einem Brief von Karl Marx

Wolf D. Hunds Beitrag — eine Vorveröffentlichung aus unserem Heft 24 der Sozial.Geschichte Online — behandelt einen Brief von Marx, dessen bösartige Bemerkungen häufig benutzt worden sind, um Marx als Antisemiten zu denunzieren. Demgegenüber weist Hund darauf hin, dass in diesem Brief zwei (gegen Jüdischsein und Schwarzsein gerichtete) Rassismen miteinander verbunden werden. Gleichwohl betont er, dass Marx in beiden Richtungen immer eine prinzipiell emanzipatorische Position einnahm. Der Beitrag findet sich hier.

Vorveröffentlichung: Der Zwang zur Arbeit. Verwertungslogiken in den umkämpften Regimes der Anwerbe-, Flucht- und EU-Migration

Während die Zahl der Geflüchteten weiter sinkt, geht der Durchmarsch des Rassismus in der Migrationsdebatte weiter. Dabei korrespondieren die Forderung nach hermetisch geschlossenen Grenzen, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Sterben an den EU-Außengrenzen und in den Ländern, in die abgeschoben wird, mit der Forderung, dass Migrant_innen sich hierorts „nützlich zu machen haben“. Gemeint ist dabei, wie auch die jüngste Vorbereitung einer entsprechenden Gesetzesinitiative durch das Seehofer-Ministerium zeigt, vor allem die Annahme von Erwerbsarbeit. Weiterlesen

Vorveröffentlichung: Karl Heinz Roth, Auseinandersetzung mit dem Griechenlandhistoriker Heinz A. Richter, Teil 2

Nachdem in Heft 21 (2017) der Sozial.Geschichte Online Teil 1 von Karl Heinz Roths Auseinandersetzung mit dem Griechenlandhistoriker Heinz A. Richter erschienen ist, machen wir hier – als Vorveröffentlichung aus Heft 22 – den zweiten Teil seines Beitrags online zugänglich. Heft 22 wird noch vor Ende April 2018 erscheinen — wie bereits das letzte Heft, auch als Printausgabe.

Zu den Ereignissen während des G20-Gipfels in Hamburg

Die Debatte um die Proteste gegen den G 20-Gipfel in Hamburg hat seit dem Sommer auch in der Redaktion unserer Zeitschrift einen großen Raum eingenommen. Wir haben uns angesichts der Bedeutung dieser Debatte sowohl für die Analyse als auch für die Praxis sozialer Bewegungen zu einer gemeinsamen Stellungnahme entschlossen, die sich hier und in Ausgabe 21 unserer Zeitschrift findet.

Debatte zu Eribons „Rückkehr nach Reims“

Didier Eribons Rückkehr nach Reims hat, mehrere Jahre nach der französischsprachigen Erstveröffentlichung, 2016 für viel Wirbel in der linksliberalen deutschen Öffentlichkeit gesorgt. Die Rezeption drehte sich allerdings vorrangig um die Frage, warum viele Arbeiter_innen rechte beziehungsweise „rechtspopulistische“ Parteien wählen. Dabei wurde nicht selten eine zentrale Botschaft des Buchs – die Kritik an der Abkehr von Klassenbegriffen – geradezu ins Gegenteil verkehrt. Peter Birke rekonstruiert den Debattenverlauf – und behauptet, dass Eribons autobiographische Erzählung tatsächlich eher Anlass sein sollte, die aktuelle Verfasstheit der bundesdeutschen Klassengesellschaft als bedeutendes Thema aufzugreifen. Peter Birkes Beitrag Abheben und Verschwinden. Die Debatte zu Eribons Rückkehr nach Reims wird in Heft 21 (2017) der Sozial.Geschichte Online erscheinen – hier unsere Vorveröffentlichung.

„Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration

Nach dem „Sommer der Migration“ hat es verschiedene Versuche der Staaten gegeben, das europäische Grenzregime zu erneuern. Zugleich wurde – unter den Bedingungen der Austeritätspolitik – der Versuch einer Sortierung der Geflüchteten nach dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit ihrer Arbeitskraft unternommen. Sozial.Geschichte Online will sich den daraus entstehenden Konflikten in der kommenden Zeit systematisch und regelmäßig widmen. Zum Auftakt dieser Reihe finden sich hier zwei Texte aus Heft 20 der Zeitschrift. Die Basisdemokratische Linke Göttingen diskutiert in ihrem Beitrag Arbeit um jeden Preis die arbeitspolitischen Wirkungen des Integrationsgesetzes und betont dabei vor allem die Notwendigkeit einer praktischen Kritik an dem entstehenden workfare-Regime. Die Hamburger Gruppe Blauer Montag diskutiert in ihrem Beitrag  „Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration die Folgen und Perspektiven der sogenannten Flüchtlingskrise des Jahres 2015, nicht zuletzt aus der Erkenntnis heraus, dass die bundesdeutsche Linke bislang kaum Alternativen zu der sich entwickelnden „autoritären Integration“ formuliert hat.

Nachruf auf Heinrich Senfft

Am 14. Januar ist der Medienjurist und Publizist Heinrich Senfft im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war über drei Jahrzehnte lang einer der profiliertesten Anwälte des Zivilrechts, wobei er sich auf die Konfliktzone zwischen Persönlichkeitsschutz und Pressefreiheit spezialisiert hatte. Zusätzlich veröffentlichte er seit Ende der 1980er Jahre kritische Beiträge zur NS-Vergangenheit und zur deutsch-deutschen Gegenwart. Ein Nachruf von Karl Heinz Roth

Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch?

Anfang 2017 wird Ausgabe 20 der Sozial.Geschichte Online erscheinen, diesen Beitrag von Frido Wenten veröffentlichen wir jedoch bereits jetzt. Der Autor beschäftigt sich eingehend mit dem Für und Wider einer Vermittlung des Klassenkonfliktes in China durch reformierte Gewerkschaften und Tarifverhandlungen, die von unterschiedlichen Kreisen innerhalb und außerhalb Chinas vorgeschlagen wird. Eine derartige Vermittlung erhöht seiner Meinung nach im Vergleich zu den gegenwärtigen wilden Streiks und Organisierungsformen das Risiko von Kooption und Repression und geht zudem von der irrigen Annahme aus, dass Arbeiterbewegungen nur dann Verbesserungen erkämpfen und erhalten können, wenn sie über repräsentative Organisationen verfügen: Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch? Kontroverses zu Tarifverhandlungen und „zellulärem“ Aktivismus

The Forthcoming Collapse

Wir vorveröffentlichen hier den zweiten und letzten Teil der englischsprachigen Mini-Serie Chinese Capitalism in Crisis aus der in Kürze erscheinenden #19 der Sozial.Geschichte Online. Ralf Ruckus diskutiert das neue Buch von Li Minqi zum bevorstehenden Kollaps des chinesischen und des globalen Kapitalismus und interviewt den Autor. Der erste Teil, ein Diskussionsbeitrag zum Buch von Zhang Lu über die Arbeiterkämpfe in der chinesischen Automobilindustrie sowie ein Interview mit der Autorin, erschien in #18.

Der amerikanische Traum für zwei Euro pro Stunde

Die Ausgabe 18 der Sozial.Geschichte Online wird in Kürze erscheinen. Wir vorveröffentlichen hier den Artikel zu Arbeitsbedingungen und Kämpfen bei Amazon. Streiks, Bummelstreiks und andere Aktionen zeigen, dass Amazon-Arbeiter_innen ihre Ausbeutung nicht einfach hinnehmen, sondern sich wehren, so auch im Amazon-Lager in Poznan, Polen. Dieser Artikel beschreibt die Arbeitsbedingungen und die Versuche der Arbeiter_innen, sich zu organisieren und zu kämpfen: Ralf Ruckus, Der amerikanische Traum für zwei Euro pro Stunde“ – Zum Arbeiterkampf bei Amazon in Polen.

Zissis Papadimitriou. Ein Nachruf

Im vergangenen Oktober verstarb der griechische Soziologe Zissis Papadimitriou (1939–2015). Papadimitriou war seit 1967 als Aktivist im Widerstand gegen die griechische Militärjunta aktiv, nahm dann an den Befreiungsbewegungen des globalen Südens teil und analysierte später als Industriesoziologe unter anderem Arbeitsverhältnisse im Postfordismus. Im Jahr 1991 veröffentlichte er, gemeinsam mit Georg Paschos, in der Zeitschrift 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts (einem Vorläufer der Sozial.Geschichte Online) den Aufsatz Kollaboration und Bürgerkrieg: Zur Wiederherstellung der politischen Kontinuität in Griechenland nach dem II. Weltkrieg. Der Historiker Karl Heinz Roth, der gemeinsam mit Papadimitriou im Jahr 2013 das Buch „Die Katastrophe verhindern. Manifest für ein egalitäres Europa“ (Nautilus Verlag) herausbrachte, erinnert in einem Beitrag für Sozial.Geschichte Online #18 an seinen langjährigen Freund und Weggefährten: Zissis Papadimitriou (1939–2015). Ein Nachruf

Zum Tod von Walter Mossmann

In seinem Beitrag für Sozial.Geschichte Online #15 vom Anfang diesen Jahres beschrieb Walter Mossmann, wie er auf das Entwenden seiner im Kontext linksradikaler Bewegungen der 1970er Jahre entstandenen „Flugblattlieder“ durch neonazistische Liedermacher aufmerksam wurde und welche Folgen solche Entwendungen hatten: Linke Lieder, Rechte Lieder – Alles aus einem Guss? Anmerkungen zum völkischen Folkrevival nach 1989 in Deutschland. Am 29. Mai 2015 starb Walter Mossmann, Liedermacher und Protagonist vieler linker Kampagnen und Aktionen der letzten Jahrzehnte. Sven Gringmuth beschreibt und würdigt in seinem Nachruf das Leben und die Kunst Walter Mossmanns. Der Nachruf wird Ende diesen Jahres auch in Sozial.Geschichte Online #17 erscheinen: Die Mühen der Ebene. Walter Mossmanns Flugblattlieder.

Die andere Kulturrevolution

Die Redaktion der Sozialgeschichte.Online hat beschlossen, von nun an unregelmäßig einzelne Beiträge der jeweils folgenden Ausgabe, die früh fertig sind und/oder einen aktuellen Bezug haben, bereits vor der Herausgabe des Gesamthefts auf dieser Webseite zu veröffentlichen. Den Anfang macht die detaillierte Darstellung und Kritik des Buches von Wu Yiching, The Cultural Revolution at the Margins. Chinese Socialism in Crisis (Cambridge: Harvard University Press, 2014). Laut dem Autor des Rezensionsaufsatzes zerstört das Buch einige auch in der Linken populäre Mythen und legt die linksradikale Bedrohung des sozialistischen Klassensystems Mitte der 1960er Jahre offen, die vom Parteistaat – durch Repression und Kooptierung – erfolgreich abgewendet wurde. Das Wiedererstarken der Parteiinstanzen und die Neuzusammensetzung der herrschenden Klasse nach der Kulturrevolution leitete den Übergang zu einem staatskapitalistischen Regime und Chinas Reintegration in den globalen Kapitalismus ein. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen: Ralf Ruckus, Die andere Kulturrevolution. Wu Yichings Thesen zur historischen Krise des chinesischen Sozialismus.