30./31. Juli 2026: Es sind Zeiten und Geschehnisse, die unbändige Hoffnung machen. Ungefähr 60.000 extrem Arme, vor allem Jugendliche, Familien und Frauen haben die Außengrenze der Europäischen Union bei der spanischen Enklave auf afrikanischem Boden gestürmt, zusammen mit Geflüchteten aus anderen afrikanischen Ländern und sogar aus Algerien, trotz geschlossener Grenze zwischen Marokko und Algerien.
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Black Atlantic / Atlantique Noir
Hervorgehoben
Der hier in deutscher Sprache veröffentlichte Text von Helmut Dietrich über die Verbindung zwischen geopolitischen und ökonomischen Entwicklungen und Fluchtbewegung an der nordafrikanischen Atlantikküste ist nunmehr auch in englischer und französischer Sprache erhältlich.
Helmut Dietrich’s article, originally published in German, on the connection between geopolitical and economic developments and migration flows along the North African Atlantic coast is now also available in English and French, see the link here.
Le texte d’Helmut Dietrich, initialement publié en allemand, qui traite du lien entre les évolutions géopolitiques et économiques et les flux migratoires sur la côte atlantique nord-africaine, est désormais également disponible en anglais et en français.
Wir trauern um Norbert Meder
Hervorgehoben
Die Redaktion von Sozial.Geschichte trauert um unseren Kollegen und Freund Norbert Meder. Norbert war viele Jahre lang, insbesondere in der Umstellung der Zeitschrift auf ein Online-Format, mit seinem Engagement und seinen Fachkenntnissen ein außerordentlich wichtiger Mitstreiter. Ohne ihn hätte es viele der Lösungen für technische und inhaltliche Probleme in der Erstellung der Texte, im Layout, im Satz und der Onlinestellung seit der Existenz unseres Projekts nicht gegeben. Am 24. Juni ist Norbert im Alter von 79 Jahren verstorben. Wir werden ihn sehr vermissen.
Ein Nachruf der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts findet sich hier.
Wer Fußball liebt, sollte die diesjährige WM hassen
In einer unserer Lieblingszeitschriften, der schwedischen Arbetaren, hat Gabriel Kuhn einen kurzen Kommentar über die diesjährige Fußball-WM und die Gigantomanie der FIFA geschrieben. Für den Blog von Sozial.Geschichte haben wir seinen Text aus aktuellem Anlass übersetzt.
WeiterlesenPrekarisierung in der Übergangsgesellschaft: Bourdieu/Sayad und Fanon in Algerien
Hervorgehoben
Bis heute wird die Genese von Prekarität in der sozialwissenschaftlichen Diskussion überwiegend als Folge neoliberaler Wirtschaftspolitik seit den 1980er Jahren begriffen. In einer Vorveröffentlichung zu Heft 40 verweist Peter Birke auf die Entstehung des Prekaritätsbegriffs in Studien zu Sozialverhältnissen in Algerien um 1960 und diskutiert die analytischen Konsequenzen einer solchen historischen Neu-Verortung. Der Text findet sich zum kostenlosen Download hier.
CfP: Ein neuer Faschismus?
Hervorgehoben
Für die Ausgabe #41 rufen wir dazu auf, Texte zur Einschätzung des historischen und aktuellen Autoritarismus einzureichen. Redaktionsschluss ist der 1. November 2026.
WeiterlesenNeu im Netz: Zeitschrift IWK
Die Gedenkstätte deutscher Widerstand hat die Zeitschrift Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK) komplett ins Netz gestellt. Die politikwissenschaftlich orientierte Zeitschrift ist zunächst von der Historischen Kommission in Berlin, seit den 1960er bis in die 2000er Jahre dann vom OSI der Freien Universität Berlin herausgegeben worden. Es ist sehr zu begrüßen, dass dieser bedeutende Bestand nun leicht zugänglich ist. In der IWK finden sich u. a. wichtige Beiträge zur antiautoritären ArbeiterInnenbewegung hierzulande und auch darüber hinaus. Hier findet sich der Link.
Minnesota, USA: „Wie wir Widerstand gegen ICE leisten“
Anschließend an die Analysen von Serhat Karakayalı, einschließlich seines Texts in Heft 39 dieser Zeitschrift, veröffentlichen wir hier ein Gespräch, das Marco Veruggio für die italienische Officina Primo Maggio sowie die Zeitschrift PuntoCritico geführt hat, wo es am 20. Februar 2026 online gestellt wurde: Es handelt sich um ein langes Gespräch mit zwei Aktivist:innenen der Bewegung „ICE out“ in Minneapolis: Janet Zahia Corcelius, Gewerkschafterin und Aktivistin der „Democratic Socialists of America“ und Rafael Gonzales, Rapper, Lehrer und Aktivist.
WeiterlesenHausbesetzungen und Jugendrevolte: Neue Dokumentation über das KOMM erschienen
Freiräume, Autonomie, jetzt, hier und heute. Straßenschlachten in Berlin und Zürich, Amsterdam und Kopenhagen. Und auch in Nürnberg protestierte eine neue Jugendbewegung in den 1980ern gegen verfehlte Stadtplanung, Wohnungsnot und Immobilienprofite. Eine neue Broschüre dokumentiert die Geschichte dieser Proteste, mit einem besonderen Schwerpunkt auf das selbstverwaltete Jugendzentrum KOMM. Die sehr lesenswerte und merkwürdig aktuelle Doku kann hier gelesen werden.
Debanking stoppen!
Die Redaktion der Zeitschrift Sozial.Geschichte unterstützt eine Protestresolution gegen die Kündigung der Konten dreier antifaschistischer Organisationen durch die GLS-Bank. Ein Link zum offenen Brief der Gruppe Debanking stoppen! findet sich hier.
Zum neuen Jahr – in eigener Sache
Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die unsere Zeitschrift 2025 durch Beiträge, Spenden und kritische Kommentare unterstützt haben. Wir freuen uns auch weiterhin über Spenden und Vereinsmitgliedschaften. Nähere Informationen findet Ihr / finden Sie hier. Übrigens: Sozial.Geschichte hat einen neuen Newsletter. All diejenigen, die regelmäßig von uns über Veröffentlichungen und sonstige Neuigkeiten informiert werden möchten, können sich hier anmelden: https://news.sozialgeschichte-online.de/subscription/form.
WeiterlesenZwischen Afrika-Cup und Aufstand: Zur Situation in Marokko
Im Herbst haben wir einen Text von Helmut Dietrich über Grenzregime und Sozialproteste in Marokko veröffentlicht. Aktuell spitzt sich die Lage in Marokko zu. In jedem der supermodernen Fußballstadien, in denen der Afrika-Cup seit dem 21. Dezember 2025 läuft, wurde auf die Schnelle eine Polizeistation errichtet, verbunden mit einer für ebenfalls supermodernen Rundum-Videoüberwachung. Das marokkanische Königshaus sieht sich – auch als Co-Gastgeber der WM 2030 – auf dem Weg zu einer kontinentalen Großmacht. Das Land befindet sich in einem momentan stillhaltenden Aufruhr. Aufstände vor allem von Jugendlichen haben das Land erschüttert, mit der Forderung nach Schulen und Krankenhäusern statt Großprojekten wie die neuen Fußballstadien. Nationale Fußballspieler haben die Forderungen der „Generation Z“ öffentlich unterstützt.
WeiterlesenMathias Deichmann (1943–2025)
Am 27. Oktober 2025 verstarb Mathias Deichmann. Er war der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts langjährig verbunden und seine Biographie ist nicht zuletzt in der Geschichte der sozialen Kämpfe seit den 1960er Jahren verankert. In einem Nachruf würdigt Karl Heinz Roth seine vielseitige Persönlichkeit und sein Schaffen: Wir geben an dieser Stelle den zuerst auf der Homepage der Stiftung veröffentlichten Text wieder.
Rede gegen den Krieg bei VW
Auf der Webseite von Labournet.TV wurde jetzt eine Rede des Betriebsratsmitglieds Lars Hirsekorn veröffentlicht, der im Rahmen der Betriebsversammlung VW Braunschweig am 2. September 2025 das Problem der Militarisierung der Autoindustrie aufgegriffen hat. Zitat: „Die Weltmärkte der Automobilindustrie sind gesättigt. Egal ob in China, Europa oder den USA, überall stehen hunderttausende Autos unverkauft rum und bedrohen die Dividenden der Aktionäre. Schon seit Jahren wissen die Familien Piech, Porsche, Quandt und Musk nicht mehr, wie sie ihre Milliarden noch gewinnbringend anlegen sollen. (…) Und jetzt haben sie eine neue Anlagemöglichkeit entdeckt, eine Ware die ständig neu produziert werden muss und deren Markt im Falle eines Falles unersättlich ist. Die Familie Porsche möchte wieder Waffen produzieren.“ Die komplette Rede findet sich hier, auf Labour.net.TV empfehlen wir außerdem die Sonderseite zum Thema „Antimilitarismus im Betrieb“.
Eben erschienen: Sammelband zum Einsatz italienischer Arbeiter:innen im NS
Wir möchten Euch auf eine Neuerscheinung zum Einsatz italienischer Arbeitskräfte in der NS-Kriegswirtschaft hinweisen. Der von unserer Redakteurin Freia Anders mit herausgegebene Sammelband bietet neben einem systematischen Überblick unseres Autors Karl Heinz Roth über Italiens Beitrag zur deutschen Kriegswirtschaft ausgewählte Texte aus der jahrelangen Arbeit der Forschungsgruppe der „Associazione Nazionale Reduci dalla Prigionia, dall’Internamento, dalla Guerra di Liberazione e loro familiari“ (ANRP). Die Gruppe um den Mitherausgeber Brunello Mantelli präsentierte ihre Ergebnisse im Dezember 2022 im Rahmen einer von Sozial.Geschichte Online unterstützten Tagung. Hier sind sie erstmals in deutscher Sprache zugänglich: Freia Anders, Brunello Mantelli (Hrsg.): Von „Arbeitskameraden“ zu „Badoglioschweinen“. Italienische Arbeitskräfte in der NS-Kriegswirtschaft 1938-1945, Wiesbaden: VS Springer 2025, DOIhttps://doi.org/10.1007/978-3-658-47272-6. Zum Inhalt geht es hier.
Vorveröffentlichung: „Kampf dem Heimterror“
In der Forschung zu „1968“ ist die Heimkampagne ein feststehender Begriff. Theoretisch unterfüttert von Herbert Marcuses Randgruppentheorie unterstützten akademische Jugendliche die weitgehend proletarische Jugend in den Lehrlings- und Erziehungsheimen in ihren Revolten. Der Beitrag von Andreas Fink, Markus Griesser, Kevin Heiniger und Sabine Stange aus dem in Kürze erscheinenden Heft 38 von Sozial.Geschichte Online, den wir hier vorveröffentlichen, bietet erstmals eine internationale Zusammenschau regionaler sozialer Bewegungen und der Folgen dieser Proteste, die Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre in drei deutschsprachigen Ländern – Westdeutschland, Österreich und Schweiz – stationäre Einrichtungen öffentlichkeitswirksam kritisierten.
Damit steht dieser Beitrag in einer Reihe von Veröffentlichungen in Sozial.Geschichte Online, die sich mit Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Fürsorgeanstalten auseinandersetzen – 2016 beschäftigte sich Sylvia Wagner mit illegalen Medikamentenstudien an Heimkindern ab den 1950er Jahren, 2022 Anja Röhl mit der systematischen Gewalt an sogenannten Verschickungskindern in Kinderkuren in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgeschichte.
Der Fall des derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen vor Gericht stehenden Kinderpsychiaters Winterhoff zeigt, dass diese Thematik nicht der Vergangenheit angehört (siehe auch die ARD Dokumentation).
Neues Dossier: Migration
Die aktuelle soziale, ökologische und geopolitische Krise verändert auch Migrationsverhältnisse. In den USA wie der EU steht Migrationsabwehr ganz oben auf der Tagesordnung des politischen Mainstreams wie der politischen Rechten. In einem unter anderem durch die Trumps und Putins dieser Welt angestrebten Umbau der (dann noch immer) kapitalistischen Ordnung erscheint ein reformulierter und zugespitzter Rassismus als zentrales Moment. In Sozial.Geschichte Online werden diese Tendenzen seit langem beschrieben und analysiert. Unser neues Dossier zum Stichwort „Migration“ gibt eine Übersicht über die Beiträge zum Thema seit 2009.
Aufrufe zur Wahl der Linken
Immer mehr Krise überall – weltweit eskalierende Konflikte und Aufrüstung, erstarkender Autoritarismus und Faschismus, Klimakatastrophen, Militarisierung der Grenzen, soziale Kürzungen und Umverteilung von unten nach oben umrahmt von in jeglicher Hinsicht menschenfeindlichen Diskursen mit all ihren (un-)mittelbar lebensbedrohlichen Konsequenzen … Vor diesem Hintergrund unterstützen wir zwei Aufrufe zur Wahl der Linkspartei bei der anstehenden Bundestagswahl: den Aufruf der außerparlamentarischen Linken aus dem Umfeld des AK Geschichte Soziale Bewegungen Ost-West und den Aufruf der Wissenschafter*innen aus dem Umfeld der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Bei aller Kritik, die wir dieser Partei gegenüber haben, und im Wissen darum, wie flexibel auch linke Parteien in ihren Grundsätzen sein können, wenn es um eine Beteiligung an der Macht im parlamentarischen System geht – die gegenwärtige Situation ist jedoch: fehlt eine linke Opposition im Bundestag droht die bürgerliche Mitte noch weiter nach rechts zu rücken, wird die Normalisierung rechter Ideologie vermutlich kein Halten mehr kennen.
Zwischen Migrationsabwehr und Arbeitskräftemangel. Anmerkungen zur aktuellen Debatte
Die aktuelle Migrationsdebatte überschreitet immer mehr die Grenzen des bislang Denkbaren. Mit einem Fünf-Punkte-Programm will die CDU/CSU nicht nur die letzten Spuren des Humanismus aus der Flüchtlingspolitik beseitigen, sie droht zudem in dieser Frage offen mit einem Pakt mit Rechtsaußen. Zeit, darauf hinzuweisen, dass die soziale Infrastruktur ebenso wie die kapitalistische Wirtschaft hierzulande von der Ausbeutung migrantischer Arbeitskraft abhängt. Aber kann das Argument der „Nützlichkeit“ von Migration wirklich dabei helfen, die laufende Eskalation des Rassismus zurückzudrängen? Die Migrationsforscherin Janika Kuge und unser Redakteur Peter Birke plädieren in diesem Essay für eine kritische Sicht, in der Ausbeutung und Rassismus als zwei Seiten einer Medaille gefasst werden. Unsere Vorveröffentlichung zu Heft 38 von Sozial.Geschichte Online findet sich hier: Birke_Kuge_Grenzregime_Vorveröffentlichung_SGO_38
Strange Dreams
Unser langjähriges früheres Redaktionsmitglied Max Henninger hat seinen ersten Roman mit dem Titel Strange Dreams veröffentlicht. Dazu gratulieren wir ihm von Herzen! Der Roman spielt im Berlin der Jahre vor der Pandemie, führt die Leser:innen aber unter anderem auch nach Buenos Aires, wo die Spuren der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 noch unübersehbar sind, und in eine linksradiale Lissaboner Leihbibliothek. Erhältlich in Buchhandlungen mit englischsprachiger Literatur oder direkt über den Verlag bestellbar: https://orbistertiuspress.ca/works.