Neues Dossier: Streiks

Um die Jahre 2010/2011 mehrten sich die Artikel über Streiks und Arbeitsproteste in der Sozial.Geschichte Online, nicht zuletzt zurückzuführen auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und die unmittelbar folgende Eurokrise 2009. Viele stellten sich daraufhin die Frage, ob sich damit nicht auch ein neues Protestpotential der Arbeitenden entwickeln würde. Diese Vermutungen bestätigten sich. Es gab Streiks, in Ländern, die in besonderer Weise von der Krise betroffen waren, aber auch in denjenigen, denen es vermeintlich gelungen war, die Probleme unbeschadet zu umschiffen. Denn was sich in Griechenland, Spanien oder Portugal in Generalstreiks und Massenprotesten gegen die Sparmaßnahmen der Troika entlud, war in vielen europäischen Ländern schon weit vor der Krise als Wandel in der Arbeitswelt sichtbar und zum Problem geworden: eine stetige Prekarisierung weiter Gesellschaftsteile. Diese Entwicklung versuchte Sozial.Geschichte Online durch verschiedene Artikel abzubilden und zu diskutieren. Zum Dossier

Zu den „Klimastreiks“

Wir freuen uns über die Aktionen am Freitag, den 20. September und solidarisieren uns mit der Klimagerechtigkeitsbewegung. Zum Weiterlesen finden sich in Sozial.Geschichte Online zwei kritische Beiträge zur Autoindustrie. In Ausgabe 24 hat sich Stefan Krull mit dem Abgasskandal in der deutschen Auto- und Zuliefererindustrie befasst. Er schildert dabei die Ereignisse seit der Aufdeckung der Betrugsfälle seit September 2015, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der IG Metall und der betrieblichen Interessenvertretungen. In der aktuellen Ausgabe 25 diskutiert Achim Brunnengräber die Ambivalenzen der E-Mobilität und die Rolle der deutschen Autoindustrie in diesem Zusammenhang. Schließlich möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich in der Zeitschrift Ze.tt ein Interview mit einem Mitglied unserer Redaktion zu Streikrecht und Klimastreiks findet. Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Demonstrieren wünscht

Die Redaktion

50 Jahre Septemberstreiks

Beverly Silver verwies in ihrer Historiographie der Arbeitsunruhen im 20. Jahrhundert auf die Notwendigkeit, ein systematisiertes Verständnis für die aggregierte Bedeutung lokaler Arbeitskonflikte zu entwickeln, um die Dynamik von historischen Klassenbeziehungen überhaupt zu begreifen: Im Kern geht es ihr dabei nicht zentral um Klassenstrukturen, sondern um die Untersuchung einer stets erneuerten Klassenbildung, dabei verweisend auf eine Interpretation des Marx‘schen (und Polanyi’schen) Werks hin zu einem historischen und relationalen Klassenbegriff. Sie schlägt auf dieser Grundlage einen Begriff der „Arbeitsunruhen“ (labor unrest) vor, der organisierte, dokumentierte kollektive Aktionen von Arbeiter_innen bezeichnet, sei es am Arbeitsplatz, sei es im Rahmen von Arbeiter_innenbewegungen im öffentlichen Raum. Weiterlesen

Neues Dossier: 100 Jahre Novemberrevolution

„Auf tausend Kriege kommen keine zehn Revolutionen: So schwer ist der aufrechte Gang.“ In diesem Satz wies Ernst Bloch auf die Bedeutung von sozialen Erhebungen hin, aber auch auf die Schwierigkeiten eines Kampfs für eine Gesellschaft ohne Klassen, ohne Rassismus und ohne Sexismus. Von Zeitgenoss_innen wurde der Aufstand des Jahres 1918 oft als Niederlage gesehen, im Angesichts der Morde der Konterrevolution und des Verrats der Spitzen der Arbeiter_innenbewegung. Es blieb und bleibt ein unabgeschlossenes Ereignis, eine unvollendete Demokratisierung … Hier geht es zum Dossier

Unsere Vorfahren sind jetzt auch digitalisiert

Die heutige Zeitschrift Sozial.Geschichte Online hat bereits eine längere Vorgeschichte. Sie ist ein Nachfolgeprojekt der Zeitschrift
1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, welche 1986 von der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts (SfS) gegründet wurde. Der 1999 folgte von 2003 bis 2007 die Zeitschrift Sozial.Geschichte. Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts. Diese wurde ebenfalls in gedruckter Form von der SfS herausgegeben. Ab 2009 ging die Zeitschrift zur elektronischen Form über und existiert nun seit bald 10 Jahren als Sozial.Geschichte Online (und seit kurzem zusätzlich auch wieder als Printausgabe, Sozial.Geschichte Offline). Wir freuen uns sehr darüber, dass die Stiftung für Sozialgeschichte alle Printhefte, die seit 1986 erschienen sind, digitalisieren ließ und dass diese seit kurzem kostenlos online abrufbar sind. Die digitalisierten Ausgaben der einzelnen Hefte und einige andere interessante Publikationsformate der Stiftung Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts können hier abgerufen werden.

Neues Dossier: 1968

Die Revolte der 1968er Jahre ist nunmehr schon ein halbes Jahrhundert alt. Die Erinnerung an wesentliche Ereignisse – an den „Pariser Mai“, den „heißen Herbst“ in Italien, den „Prager Frühling“ oder den Kampf gegen die Notstandsgesetze in der Bundesrepublik – bleibt gleichwohl umstritten. Viele der Debatten, die aktuell um „1968“ geführt werden, sind keineswegs neu. Das zeigt sich auch an den Schwerpunkte der Texte, die in Sozial.Geschichte bis 2009 und in Sozial.Geschichte Online seitdem erschienen sind. Weiter zum Dossier