Arbeit am Notstand: Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe, Selbstorganisation

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In unserer Debatte um die Veränderung von Arbeitsverhältnissen in der Pandemie hinterfragt Wolfgang Völker die Gleichsetzung von Freiwilligenarbeit, Nachbarschaftshilfe und Selbstorganisation. Mit Hinweis auf Untersuchungen zur Welcome-Bewegung nach 2015 sowie zum Ehrenamt in der sozialen Arbeit kritisiert er klassengeprägte Ausgrenzung und staatliche Instrumentalisierung. In Bezug auf den Kampf um alltägliche soziale Ansprüche tritt er für die Aufrechterhaltung von Forderungen nach „universellen zivilen, politischen und sozialen Rechten“ ein. Der Text bezieht sich auf den hier veröffentlichten Aufsatz der Gruppe Blauer Montag zur Corona-Krise.

CfP: Neue Erfahrungen und Verbindungen in der Corona-Krise

Man sollte angesichts der Corona-Krise nicht so ergebnisoffen schreiben, erklären unsere Freund*innen von analyse & kritik in ihrer aktuellen Ausgabe, sondern besser über Proteste und Kämpfe, an die anzuknüpfen wäre. Mit diesem Ziel haben wir kurzfristig die Einschätzung der Gruppe Blauer Montag zum Notstand der Arbeitsgesellschaft veröffentlicht. Mit vielen offenen Fragen: Wie kann man sich auf die dort beobachteten Konflikte um gesellschaftliche Arbeit beziehen? Was bedeutete das für den Alltag, für Sorgearbeit und Kinderbetreuung, für Geschlechter- und Migrationsverhältnisse? Wie zeigt sich der Notstand auf globaler Ebene und was ist angesichts der Pandemie mit den Aufständen passiert, die im Jahre 2019 eine große Rolle gespielt haben? Wir freuen uns über (auch kurze) Beiträge zu diesen Themen.