Zu den Ereignissen während des G20-Gipfels in Hamburg

Hervorgehoben

Die Debatte um die Proteste gegen den G 20-Gipfel in Hamburg hat seit dem Sommer auch in der Redaktion unserer Zeitschrift einen großen Raum eingenommen. Wir haben uns angesichts der Bedeutung dieser Debatte sowohl für die Analyse als auch für die Praxis sozialer Bewegungen zu einer gemeinsamen Stellungnahme entschlossen, die sich hier und in Ausgabe 21 unserer Zeitschrift findet.

Debatte zu Eribons „Rückkehr nach Reims“

Didier Eribons Rückkehr nach Reims hat, mehrere Jahre nach der französischsprachigen Erstveröffentlichung, 2016 für viel Wirbel in der linksliberalen deutschen Öffentlichkeit gesorgt. Die Rezeption drehte sich allerdings vorrangig um die Frage, warum viele Arbeiter_innen rechte beziehungsweise „rechtspopulistische“ Parteien wählen. Dabei wurde nicht selten eine zentrale Botschaft des Buchs – die Kritik an der Abkehr von Klassenbegriffen – geradezu ins Gegenteil verkehrt. Peter Birke rekonstruiert den Debattenverlauf – und behauptet, dass Eribons autobiographische Erzählung tatsächlich eher Anlass sein sollte, die aktuelle Verfasstheit der bundesdeutschen Klassengesellschaft als bedeutendes Thema aufzugreifen. Peter Birkes Beitrag Abheben und Verschwinden. Die Debatte zu Eribons Rückkehr nach Reims wird in Heft 21 (2017) der Sozial.Geschichte Online erscheinen – hier unsere Vorveröffentlichung.

„Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration

Nach dem „Sommer der Migration“ hat es verschiedene Versuche der Staaten gegeben, das europäische Grenzregime zu erneuern. Zugleich wurde – unter den Bedingungen der Austeritätspolitik – der Versuch einer Sortierung der Geflüchteten nach dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit ihrer Arbeitskraft unternommen. Sozial.Geschichte Online will sich den daraus entstehenden Konflikten in der kommenden Zeit systematisch und regelmäßig widmen. Zum Auftakt dieser Reihe finden sich hier zwei Texte aus Heft 20 der Zeitschrift. Die Basisdemokratische Linke Göttingen diskutiert in ihrem Beitrag Arbeit um jeden Preis die arbeitspolitischen Wirkungen des Integrationsgesetzes und betont dabei vor allem die Notwendigkeit einer praktischen Kritik an dem entstehenden workfare-Regime. Die Hamburger Gruppe Blauer Montag diskutiert in ihrem Beitrag  „Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration die Folgen und Perspektiven der sogenannten Flüchtlingskrise des Jahres 2015, nicht zuletzt aus der Erkenntnis heraus, dass die bundesdeutsche Linke bislang kaum Alternativen zu der sich entwickelnden „autoritären Integration“ formuliert hat.

Nachruf auf Heinrich Senfft

Am 14. Januar ist der Medienjurist und Publizist Heinrich Senfft im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war über drei Jahrzehnte lang einer der profiliertesten Anwälte des Zivilrechts, wobei er sich auf die Konfliktzone zwischen Persönlichkeitsschutz und Pressefreiheit spezialisiert hatte. Zusätzlich veröffentlichte er seit Ende der 1980er Jahre kritische Beiträge zur NS-Vergangenheit und zur deutsch-deutschen Gegenwart. Ein Nachruf von Karl Heinz Roth

Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch?

Anfang 2017 wird Ausgabe 20 der Sozial.Geschichte Online erscheinen, diesen Beitrag von Frido Wenten veröffentlichen wir jedoch bereits jetzt. Der Autor beschäftigt sich eingehend mit dem Für und Wider einer Vermittlung des Klassenkonfliktes in China durch reformierte Gewerkschaften und Tarifverhandlungen, die von unterschiedlichen Kreisen innerhalb und außerhalb Chinas vorgeschlagen wird. Eine derartige Vermittlung erhöht seiner Meinung nach im Vergleich zu den gegenwärtigen wilden Streiks und Organisierungsformen das Risiko von Kooption und Repression und geht zudem von der irrigen Annahme aus, dass Arbeiterbewegungen nur dann Verbesserungen erkämpfen und erhalten können, wenn sie über repräsentative Organisationen verfügen: Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch? Kontroverses zu Tarifverhandlungen und „zellulärem“ Aktivismus

The Forthcoming Collapse

Wir vorveröffentlichen hier den zweiten und letzten Teil der englischsprachigen Mini-Serie Chinese Capitalism in Crisis aus der in Kürze erscheinenden #19 der Sozial.Geschichte Online. Ralf Ruckus diskutiert das neue Buch von Li Minqi zum bevorstehenden Kollaps des chinesischen und des globalen Kapitalismus und interviewt den Autor. Der erste Teil, ein Diskussionsbeitrag zum Buch von Zhang Lu über die Arbeiterkämpfe in der chinesischen Automobilindustrie sowie ein Interview mit der Autorin, erschien in #18.

Der amerikanische Traum für zwei Euro pro Stunde

Die Ausgabe 18 der Sozial.Geschichte Online wird in Kürze erscheinen. Wir vorveröffentlichen hier den Artikel zu Arbeitsbedingungen und Kämpfen bei Amazon. Streiks, Bummelstreiks und andere Aktionen zeigen, dass Amazon-Arbeiter_innen ihre Ausbeutung nicht einfach hinnehmen, sondern sich wehren, so auch im Amazon-Lager in Poznan, Polen. Dieser Artikel beschreibt die Arbeitsbedingungen und die Versuche der Arbeiter_innen, sich zu organisieren und zu kämpfen: Ralf Ruckus, Der amerikanische Traum für zwei Euro pro Stunde“ – Zum Arbeiterkampf bei Amazon in Polen.