Ceuta

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30./31. Juli 2026: Es sind Zeiten und Geschehnisse, die unbändige Hoffnung machen. Ungefähr 60.000 extrem Arme, vor allem Jugendliche, Familien und Frauen haben die Außengrenze der Europäischen Union bei der spanischen Enklave auf afrikanischem Boden gestürmt, zusammen mit Geflüchteten aus anderen afrikanischen Ländern und sogar aus Algerien, trotz geschlossener Grenze zwischen Marokko und Algerien. Unter Fluchen gegen die Armut in Marokko und mit Freudenschreien („Gracias“ und „Viva España“) erinnert dieser kilometerlange Treck, der sich seit gut 24 Stunden von Fnideq und aus den umliegenden Bergen nach Ceuta hinein bewegt, an 2015, als Tausende aus Budapest Richtung Österreich und Deutschland aufbrachen. Hier in Ceuta stehen mittlerweile Panzer und Soldaten an der Grenze, aber ohne Schießbefehl und ohne Festnahme-, Identifikations- oder Abschiebekompetenzen. Die Armutsbevölkerung geht stoisch einfach an ihnen vorbei.

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Wir trauern um Norbert Meder

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Die Redaktion von Sozial.Geschichte trauert um unseren Kollegen und Freund Norbert Meder. Norbert war viele Jahre lang, insbesondere in der Umstellung der Zeitschrift auf ein Online-Format, mit seinem Engagement und seinen Fachkenntnissen ein außerordentlich wichtiger Mitstreiter. Ohne ihn hätte es viele der Lösungen für technische und inhaltliche Probleme in der Erstellung der Texte, im Layout, im Satz und der Onlinestellung seit der Existenz unseres Projekts nicht gegeben. Am 24. Juni ist Norbert im Alter von 79 Jahren verstorben. Wir werden ihn sehr vermissen.

Ein Nachruf der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts findet sich hier.

Die „Black Atlantic“-Route vor der Festung Europa – Now also available in English and French

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Helmut Dietrich analysiert in dieser Vorveröffentlichung zu Heft 40 jene „titanischen“ Meeresprojekte, die laut marokkanischem Königshaus die Westsahara mit ihrem vorgelagerten Meer zum Energie-Hub für Afrika und Europa und zum Hub seltener Erden für die USA machen sollen. Sie sind eingelagert in einen geopolitischen Kontext, in dem sich neuer Imperialismus und aufstrebende Regionalmächte positionieren. Inmitten dieser Konstellation, in ihrem Zusammenhang und gegen ihre Logik, entwickelt sich der Kampf der Boatpeople des Atlantiks um das Überleben und für ein besseres Leben. Der kostenfreie Text findet sich hier auf Deutsch. English and French translations of the text „The ‘Black Atlantic’ route off Fortress Europe – Boat people and large-scale extractive projects between Western Sahara and the Canary Islands“ are available here.

Prekarisierung in der Übergangsgesellschaft: Bourdieu/Sayad und Fanon in Algerien

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Bis heute wird die Genese von Prekarität in der sozialwissenschaftlichen Diskussion überwiegend als Folge neoliberaler Wirtschaftspolitik seit den 1980er Jahren begriffen. In einer Vorveröffentlichung zu Heft 40 verweist Peter Birke auf die Entstehung des Prekaritätsbegriffs in Studien zu Sozialverhältnissen in Algerien um 1960 und diskutiert die analytischen Konsequenzen einer solchen historischen Neu-Verortung. Der Text findet sich zum kostenlosen Download hier.

Aufruf zu Vereinsmitgliedschaft und Spenden

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Geschichte ist politisch und umkämpft. Um weiterhin kritischer Geschichtsschreibung eine Plattform zu bieten und Teil einer politischen Gegenöffentlichkeit zu sein, brauchen wir 100 neue Vereinsmitglieder und Spenden, damit die Zeitschrift Sozial.Geschichte Online längerfristig auf soliden Füßen steht. Unsere Zeitschrift ist kostenfrei auf dem Open-Access-Publikationsserver der Universität Duisburg-Essen zu finden. Wir rufen alle Leser:innen auf, uns zu unterstützen. Mehr Informationen unter: Weiterlesen

Heft 39 ist erschienen

Die aktuelle Ausgabe von Sozial.Geschichte ist erschienen – in neuem Gewand und unter neuem (kürzerem) Namen, aber nach wie vor mit kritischem Blick auf die herrschenden Verhältnisse, und historischen wie aktuellen Suchbewegungen zu ihrer Überwindung auf der Spur. Heft 39 steht wie immer auf dem Portal der Universität Duisburg-Essen zum kostenlosen Download bereit. Mit Beiträgen von Anda Nicolae-Vladu, Karl Heinz Roth, Gruppe Blauer Montag, Serhat Karakayalı, Helmut Dietrich und Anne Sudrow, einem Interview mit Jacques Rancière und Buchbesprechungen von Ahlrich Meyer, Stephan Liebscher, Helmut Dietrich und Gottfried Oy. Zum Editorial bitte unten „Weiterlesen“ klicken.

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Neu im Netz: Zeitschrift IWK

Die Gedenkstätte deutscher Widerstand hat die Zeitschrift Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung (IWK) komplett ins Netz gestellt. Die politikwissenschaftlich orientierte Zeitschrift ist zunächst von der Historischen Kommission in Berlin, seit den 1960er bis in die 2000er Jahre dann vom OSI der Freien Universität Berlin herausgegeben worden. Es ist sehr zu begrüßen, dass dieser bedeutende Bestand nun leicht zugänglich ist. In der IWK finden sich u. a. wichtige Beiträge zur antiautoritären ArbeiterInnenbewegung hierzulande und auch darüber hinaus. Hier findet sich der Link.

Der Operaismus in Italien. Filme, Vortrag, Diskussion

Unser Autor Sergio Bologna ist im April zu Gast auf zwei Veranstaltungen in Deutschland. Am 16. April 2026, 19 Uhr, diskutiert er in Berlin, auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, über die Anfänge und Grundbegriffe des Operaismus sowie über den Umbruch, den dieser in den 1970er Jahren erfuhr. Genaueres findet sich auf der Seite der RLS. In Hamburg werden sodann am 19. April 2026, 17 Uhr, Kino Metropolis, die Filme Scioperi a Torino (Streik in Turin) von Carla und Paolo Gobetti (32 Minuten) und Fata Morgana von Lino del Fra (elf Minuten) gezeigt, mit anschließender Diskussion.

Nachtrag: Eine Aufzeichnung der Veranstaltung mit Sergio Bologna in Berlin findet sich hier https://www.youtube.com/watch?v=gVqUealMK0Q

Heimkampagne und die Folgen – eine Veranstaltung des Frankfurter Archivs der Revolte

Das Frankfurter Archiv der Revolte lädt am Dienstag, den 31. März 2026, zu der Veranstaltung „Heimkampagne und die Folgen“ ein. Über Konstellationen zwischen Postnazismus, Rebellion und anhaltender Ignoranz sprechen Ingeborg Joachim (Dipl. Pädagogin), Prof. Christian Kolbe (Soziologie) und Christoph Schneider (Kulturwissenschaftler). Los gehts um 18 Uhr im Offenen Kultur- & Wissensraum im 2. OG der Dondorf-Druckerei (2og:dondorf), Gabriel-Riesser-Weg 3 (Schirn-Bockenheim) in 60487 Frankfurt am Main. Um mehr über die Veranstaltung zu erfahren, bitte „Weiterlesen“ klicken:

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Minnesota, USA: „Wie wir Widerstand gegen ICE leisten“

Anschließend an die Analysen von Serhat Karakayalı, einschließlich seines Texts in Heft 39 dieser Zeitschrift, veröffentlichen wir hier ein Gespräch, das Marco Veruggio für die italienische Officina Primo Maggio sowie die Zeitschrift PuntoCritico geführt hat, wo es am 20. Februar 2026 online gestellt wurde: Es handelt sich um ein langes Gespräch mit zwei Aktivist:innenen der Bewegung „ICE out“ in Minneapolis: Janet Zahia Corcelius, Gewerkschafterin und Aktivistin der „Democratic Socialists of America“ und Rafael Gonzales, Rapper, Lehrer und Aktivist.

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Hausbesetzungen und Jugendrevolte: Neue Dokumentation über das KOMM erschienen

Freiräume, Au­to­nomie, jetzt, hier und heute. Stra­ßen­schlach­ten in Berlin und Zürich, Amsterdam und Kopenhagen. Und auch in Nürnberg protestierte eine neue Jugendbewegung in den 1980ern gegen verfehlte Stadtplanung, Wohnungs­not und Immobilienprofite. Eine neue Broschüre dokumentiert die Geschichte dieser Proteste, mit einem besonderen Schwerpunkt auf das selbst­ver­waltete Jugendzentrum KOMM. Die sehr lesenswerte und merkwürdig aktuelle Doku kann hier gelesen werden.

Serhat Karakayalı: Zur Eskalation der politischen Krise in den USA

Seit einigen Wochen eskaliert die innenpolitische Situation in US-Städten, insbesondere, nachdem die durch die Trump-Administration aufgerüstete Bundesbehörde US Immigration and Customs Enforcement bei der Verfolgung von Migrantinnen und Migranten zwei weiße Menschen mit US-Staatsbürgerschaft getötet hat. In diesem Blogbeitrag analysiert Serhat Karakayalı die aktuelle Situation. Sein Text ist ein Update der von ihm im Dezember veröffentlichten Analyse zur aktuellen Migrationspolitik in den USA.

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Debanking stoppen!

Die Redaktion der Zeitschrift Sozial.Geschichte unterstützt eine Protestresolution gegen die Kündigung der Konten dreier antifaschistischer Organisationen durch die GLS-Bank. Ein Link zum offenen Brief der Gruppe Debanking stoppen! findet sich hier.

Zum neuen Jahr – in eigener Sache

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die unsere Zeitschrift 2025 durch Beiträge, Spenden und kritische Kommentare unterstützt haben. Wir freuen uns auch weiterhin über Spenden und Vereinsmitgliedschaften. Nähere Informationen findet Ihr / finden Sie hier. Übrigens: Sozial.Geschichte hat einen neuen Newsletter. All diejenigen, die regelmäßig von uns über Veröffentlichungen und sonstige Neuigkeiten informiert werden möchten, können sich hier anmelden: https://news.sozialgeschichte-online.de/subscription/form.

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Zwischen Afrika-Cup und Aufstand: Zur Situation in Marokko

Im Herbst haben wir einen Text von Helmut Dietrich über Grenzregime und Sozialproteste in Marokko veröffentlicht. Aktuell spitzt sich die Lage in Marokko zu. In jedem der supermodernen Fußballstadien, in denen der Afrika-Cup seit dem 21. Dezember 2025  läuft, wurde auf die Schnelle eine Polizeistation errichtet, verbunden mit einer für ebenfalls supermodernen Rundum-Videoüberwachung. Das marokkanische Königshaus sieht sich – auch als Co-Gastgeber der WM 2030 – auf dem Weg zu einer kontinentalen Großmacht. Das Land befindet sich in einem momentan stillhaltenden Aufruhr. Aufstände vor allem von Jugendlichen haben das Land erschüttert, mit der Forderung nach Schulen und Krankenhäusern statt Großprojekten wie die neuen Fußballstadien. Nationale Fußballspieler haben die Forderungen der „Generation Z“ öffentlich unterstützt.

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Migration der Krise und Beschleunigung. Zur aktuellen Situation in den USA

Die Politik der Trump-Regierung bewirkt eine grundlegende Verschiebung des Migrationsregimes, weil sie einerseits den hegemonialen Diskurs umformt und andererseits tief in die soziale Reproduktion (nicht nur) von Migrant:innen eingreift. Dabei beschleunigen die rassistischen Angriffe auf Migrant:innen den Übergang in einen neuen Autoritarismus – und sind auch deshalb zentral für eine Agenda der Gegenwehr. In unserer Vorveröffentlichung zu Heft 39 von Sozial.Geschichte geht Serhat Karakayalı dieser Spur anhand einer Analyse der aktuellen Situation in den USA nach. Der Text findet sich hier:

Der Ford-Streik: Das Musical

Der Streik bei Ford in Köln ist ein wichtiges Ereignis einer emanzipatorischen Erinnerungskultur. Er wurde im August 1973, im Kontext einer allgemeinen Streikwelle, durch die Weigerung der Firma ausgelöst etwa 300 migrantische Arbeiter wiedereinzustellen, die aufgrund der langen Reise etwas zu spät aus dem Urlaub gekommen waren. Heute steht der Streik sowohl für die Erfahrung, sich endlich in der deutschen Gesellschaft artikuliert zu haben, als auch für den massiven Rassismus dieser Gesellschaft. Dies ist freilich noch immer nicht überall bekannt. Als im Mai bei Ford in Köln für einen Tag die Arbeit niedergelegt wurde, sprach etwa die IG Metall vom „ersten Streik bei Ford nach 100 Jahren“. Historischen Nachhilfeunterricht erteilt jetzt ein Musical, über das Christine Ziegler für den Blog der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt eine tolle Rezension geschrieben hat, die wir hier verlinken.

Der Zustand der Welt und die Lage der Unterklassen

Im April 2024 haben wir hier ein Thesenpapier der Initiativgruppe „Sozialismus oder Barbarei“ veröffentlicht. Dieses Papier, das vor dem Hintergrund der aktuellen Kriege eine grundlegend antimilitaristische und antikapitalistische Position vertritt, hat seitdem eine breite Diskussion ausgelöst. In diesem Blogbeitrag machen wir aus dieser Diskussion eine Stellungnahme der Gruppe Blauer Montag zugänglich. Zudem hat Karl Heinz Roth eine Reaktion auf die Diskussion mit Blick auf die „Lage des globalen Multiversums und die sich daraus ergebenden Perspektiven“ geschrieben, das hier heruntergeladen werden kann.

Mathias Deichmann (1943–2025)

Am 27. Oktober 2025 verstarb Mathias Deichmann. Er war der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts langjährig verbunden und seine Biographie ist nicht zuletzt in der Geschichte der sozialen Kämpfe seit den 1960er Jahren verankert. In einem Nachruf würdigt Karl Heinz Roth seine vielseitige Persönlichkeit und sein Schaffen: Wir geben an dieser Stelle den zuerst auf der Homepage der Stiftung veröffentlichten Text wieder.