„Verschickungskinder“ – Einsatz sedierender Arzneimittel und Arzneimittelprüfungen

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Sylvia Wagner und Burkhard Wiebel thematisieren in ihrem Forschungsbeitrag den Einsatz sedierender Arzneimittel und Arzneimittelprüfungen bei „Verschickungskindern“ bzw. „Kurkindern“ in den 1950er bis 1970er Jahren. Unsere Vorveröffentlichung aus Heft 28 der Sozial.Geschichte Online findet sich hier zum kostenfreien Download.

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Heft 27 ist erschienen

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Das neue Heft der Sozial.Geschichte Online ist auf den Seiten von DuEPublico als PDF veröffentlicht und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Die Printausgabe von Heft 27 erscheint demnächst. Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe liegt auf der Debatte über die Corona-Krise und deren Auswirkungen für soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe. Zu lesen sind zudem Artikel von Saïd Belguidoum über die sich in Algerien seit 2019 formierende Widerstandsbewegung Hirak, von Ronja Oltmanns über rassistische Gewalt in der Bundesrepublik Anfang der 1990er Jahre und die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, von Freia Anders und Alexander Sedlmaier über Formen der Aneignung und Grenzüberschreitungen im urbanen Raum, von Sabrina Apicella über Arbeitskämpfe bei Amazon u.v.m. → Editorial → Inhaltsverzeichnis

A Cascade of Angers / Eine Kaskade des Zorns: John Holloway über die COVID-19-Krise

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Im fünften Beitrag unserer Reihe zur COVID-19-Krise diskutiert John Holloway deren soziale und ökonomische Folgen, einschließlich der Perspektiven, die sich daraus für eine Überwindung des Kapitalismus ergeben. Der Text findet sich oben in einer Übersetzung von Lars Stubbe sowie im englischen Original. In der Reihe sind bisher erschienen: Im April ein Text der Gruppe Blauer Montag über den Notstand der Arbeitsgesellschaft sowie von Wolfgang Völker über Selbstorganisation und Nachbarschaftshilfe, im Mai Beiträge von Peter Birke zu Arbeit und Migration angesichts der Skandale von Coesfeld (bis Gütersloh) sowie ein Interview mit Lou Marin und Willy Hajek über die sozialen Kämpfe in Frankreich. Über weitere Beiträge würden wir uns freuen, siehe auch unser Call for Paper.

Sabrina Apicella, Rough Terrains: Wages as Mobilizing Factor in German and Italian Amazon Distribution Centers

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Sabrina Apicella discusses the demand for equal wages for all Amazon workers across Europe, initially proposed by the activist and grassroot union network Transnational Social Strike Platform (TSS). Its main argument consists of the notion that wage equality would render Amazon’s strategic exploitation of national differences in wage levels and labor regulations futile. In this sense, a continent-wide wage hike for Amazon workers would constitute a major step forward both politically as well as socially. Based on reaserch on Amazon FCs in Italy and Germany, Apicella explores the limits of this concept, and proposes a re-definition of an agenda for a transnational campaign against Amazon.

Die Instrumentalisierung der rassistischen Anschläge und Pogrome Anfang der 1990er Jahre für die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl

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Vorveröffentlichung: Ronja Oltmanns: „Wer die Mißbräuche des Asylrechts nicht bekämpft, der fördert […] Ausländerfeindlichkeit.“

Ronja Oltmanns arbeitet in ihrem Artikel den kausalen Zusammenhang zwischen den rassistischen Anschlägen und Pogromen zu Beginn der 1990er Jahre und der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl durch den Bundestag 1992/93 heraus. Ihre Topoianalyse der Bundestagsdebatten der Jahre 1985 bis 1993 untersucht, wie sich die Diskussion um das Grundrecht auf Asyl veränderte und welche Rolle die rassistischen Anschläge dabei spielten. Sie belegt, dass sowohl die Unionsparteien als auch die SPD die rassistischen Anschläge argumentativ dafür nutzten, die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl zu begründen und die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit herzustellen.

Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)

Wir freuen uns, dass der im Jahr 2018 in den Heften 22 und 23 von Sozial.Geschichte Online veröffentlichte Aufsatz von Ahlrich Meyer und Insa Meinen, „Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)“ (Teil 1 und Teil 2) jetzt in französischer Übersetzung erschienen ist: Ahlrich Meyer / Insa Meinen, »Immigrés juifs dans l’économie belge (de 1918 à 1942)«, Les Cahiers de la Mémoire Contemporaine / Bijdragen tot de Eigentijdse Herinnering, 14 (2019/2020), S. 13–122.

Die sozialen Bewegungen in Frankreich in Zeiten der Pandemie. Ein Gespräch mit Willi Hajek und Lou Marin

Die COVID-19-Krise hat die sozialen Bewegungen vorläufig zum Halten gebracht, besonders auffällig in Frankreich, das in den vergangenen rund zwei Jahren nicht nur die Bewegung der Gelbwesten erlebte, sondern im Herbst und Winter 2019/20 auch den gegen die Rentenreform der Macron-Regierung gerichteten Massenstreik. Vorläufig, sicherlich, denn zugleich deuten sich mit den Protesten in den Vorstädten, den Streiks bei Amazon und in vielen Bereichen der sozialen Dienstleistungen bereits neue Konflikte an. Das hier veröffentlichte Interview mit Lou Marin und Willi Hajek ist zugleich der vierte Beitrag in unserer Reihe zu den Folgen der Pandemie für Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen.

Coesfeld und die Folgen: Arbeit und Migration in der Pandemie

Nach und nach werden weitere Branchen Gegenstand einer öffentlichen Debatte über gesellschaftliche Arbeit in Zeiten von Corona: Zuletzt etwa die Landwirtschaft, die Fleischindustrie, der Versandhandel, verursacht durch skandalöse Wohn- und Arbeitsbedingungen, vor allem für Arbeiter*innen ohne deutschen Pass. Peter Birke analysiert den aktuellen Diskurs sowie Konflikte und Kämpfe in Schlacht- und Zerlegebetrieben und anderen Hotspots prekärer Arbeits- und Lebensverhältnisse. Sein Text ist der dritte in unserer Reihe zu den Folgen der Pandemie für die Arbeitsgesellschaft, der Anfang April mit einem Beitrag der Gruppe Blauer Montag startete.

Arbeit am Notstand: Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe, Selbstorganisation

Wolfgang Völker, Freiwilligenarbeit. Vorveröffentlichung Heft 27

In unserer Debatte um die Veränderung von Arbeitsverhältnissen in der Pandemie hinterfragt Wolfgang Völker die Gleichsetzung von Freiwilligenarbeit, Nachbarschaftshilfe und Selbstorganisation. Mit Hinweis auf Untersuchungen zur Welcome-Bewegung nach 2015 sowie zum Ehrenamt in der sozialen Arbeit kritisiert er klassengeprägte Ausgrenzung und staatliche Instrumentalisierung. In Bezug auf den Kampf um alltägliche soziale Ansprüche tritt er für die Aufrechterhaltung von Forderungen nach „universellen zivilen, politischen und sozialen Rechten“ ein. Der Text bezieht sich auf den hier veröffentlichten Aufsatz der Gruppe Blauer Montag zur Corona-Krise.

CfP: Neue Erfahrungen und Verbindungen in der Corona-Krise

Man sollte angesichts der Corona-Krise nicht so ergebnisoffen schreiben, erklärten unsere Freund*innen von analyse & kritik im März, sondern besser über Proteste und Kämpfe, an die anzuknüpfen wäre. Mit diesem Ziel haben wir zu Beginn des Lockdown die Einschätzung der Gruppe Blauer Montag zum Notstand der Arbeitsgesellschaft veröffentlicht. Mit vielen damals offenen Fragen: Wie kann man sich auf die dort beobachteten Konflikte um gesellschaftliche Arbeit beziehen? Was bedeutete das für den Alltag, für Sorgearbeit und Kinderbetreuung, für Geschlechter- und Migrationsverhältnisse? Wie zeigt sich der Notstand auf globaler Ebene und was ist angesichts der Pandemie mit den Aufständen passiert, die im Jahre 2019 eine große Rolle gespielt haben? Angesichts der Entwicklung im Sommer 2020 freuen wir uns zudem über (auch kurze) Beiträge, die die neue, kleinräumige Bearbeitung der Pandemie sowie die Rolle des (lokalen) Staats und der daraus resultierenden sozialen Kämpfe thematisieren, wie sie zum Beispiel in Göttingen oder Gütersloh (Rheda-Wiedenbrück) sichtbar wurde.

Aus aktuellem Anlass: Vom Notstand der Arbeitsgesellschaft

Gruppe Blauer Montag, Vom Notstand der Arbeitsgesellschaft [PDF]

„Plötzlich ist zuvor Undenkbares möglich: Investitionen ungekannten Ausmaßes in Krankenhäuser, ja sogar eine Aufhebung der 2009 mit Verfassungsrang versehenen Schuldenbremse. Und andererseits: eine für viele Menschen lebensbedrohliche Überlastung im Gesundheitswesen, Armut und Prekarität als Massenphänomen, Ausdehnung von Arbeitszeiten hier, Null-Stunden-Woche dort, und langfristig die Gefahr einer Verschärfung der Klassenkämpfe von oben. Weiterlesen

Soforthilfe für die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Gesellschaften und Mitgliedsländer der Europäischen Union!

Aufruf der Initiative für ein egalitäres Europa, 6. April 2020

In Italien, Spanien und Frankreich sind mehrere zehntausend Menschen schwer am Corona-Virus erkrankt. Ihr Überleben ist von einer gut ausgestatteten Krankenhausversorgung mit ausreichenden intensivmedizinischen Einrichtungen abhängig. Das Gesundheits- und Krankenhauswesen dieser Länder wurde während und nach der Euro-Krise massiv eingeschränkt. Weiterlesen

Rezensionsessay zu David Roussets „Das KZ-Universum“

David Rousset war mit seinem bereits 1947 veröffentlichten Bericht über die nationalsozialistischen Konzentrationslager, L’Univers concentrationnaire, Jorge Semprún zufolge „der erste, der in seinen Schriften über die Nazilager die Schwelle des Zeugnisses überschritten hatte, um ein Gesamtbild, einen globalen Versuch der Analyse zu entwickeln“. Hierzulande jahrzehntelang ignoriert, ist Roussets Buch nun erstmals auf Deutsch erschienen. Ahlrich Meyers Rezensionsessay, eine Vorveröffentlichung aus Heft 27, findet sich hier.

Heft 26 ist erschienen

Das neue Heft der Sozial.Geschichte Online ist auf den Seiten von DuEPublico als PDF erschienen und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Die Printausgabe von Heft 26 wird demnächst erscheinen.Unser erstes Heft im Jahr 2020 beschäftigt sich, wie gewohnt, mit einer breiten Palette an Themen: mit den italienischen Arbeitskämpfen der 1970er Jahre, der bereits 2017 begonnenen Debatte um den Zusammenhang von Arbeit und Migration, der Bewegung der Gilets Jaunes in Frankreich sowie den anhaltenden Protesten in Hongkong.

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Vorveröffentlichung: Sergio Bologna, Der „lange Herbst“: Die italienischen Arbeitskämpfe der 1970er Jahre

Die 1970er Jahre zeichneten sich in Italien durch ausgedehnte Streiks und Proteste aus, die sich von den Großfabriken in den Dienstleistungssektor (Transport, Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung) ausgebreitet haben. Gegen die gängige These, bei diesen Arbeiterprotesten habe es sich um eine Vorstufe des Terrorismus gehandelt, zeigt Sergio Bologna in seinem Beitrag, dass wir es hier tatsächlich mit einem langen Prozess der Emanzipation der Arbeiter und Arbeiterinnen zu tun haben. Die Vorveröffentlichung aus unserem demnächst erscheinenden Heft 26 findet sich hier.

Continuous Rebellion in Hong Kong

The ongoing revolt in Hong Kong was and continues to be of special interest to our journal as it is part of the visible revolts occurring in 2019 in many different places of the globe. Whether these isolated hotspots in Europe, Central and South America, Asia, the Middle East, and the Maghreb are an indication of a larger groundswell of upheavals in the near future remains an open question for now. In the following, we publish the first part of an interview with Au Loong Yu conducted by email, which refers to events up to 26 November 2019. Au is a Hong Kong-based writer and activist and well connected with social movements in Hong Kong as well as abroad.

Neues Dossier: Streiks

Um die Jahre 2010/2011 mehrten sich die Artikel über Streiks und Arbeitsproteste in der Sozial.Geschichte Online, nicht zuletzt zurückzuführen auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und die unmittelbar folgende Eurokrise 2009. Viele stellten sich daraufhin die Frage, ob sich damit nicht auch ein neues Protestpotential der Arbeitenden entwickeln würde. Diese Vermutungen bestätigten sich. Es gab Streiks, in Ländern, die in besonderer Weise von der Krise betroffen waren, aber auch in denjenigen, denen es vermeintlich gelungen war, die Probleme unbeschadet zu umschiffen. Denn was sich in Griechenland, Spanien oder Portugal in Generalstreiks und Massenprotesten gegen die Sparmaßnahmen der Troika entlud, war in vielen europäischen Ländern schon weit vor der Krise als Wandel in der Arbeitswelt sichtbar und zum Problem geworden: eine stetige Prekarisierung weiter Gesellschaftsteile. Diese Entwicklung versuchte Sozial.Geschichte Online durch verschiedene Artikel abzubilden und zu diskutieren. Zum Dossier

Zu den „Klimastreiks“

Wir freuen uns über die Aktionen am Freitag, den 20. September und solidarisieren uns mit der Klimagerechtigkeitsbewegung. Zum Weiterlesen finden sich in Sozial.Geschichte Online zwei kritische Beiträge zur Autoindustrie. In Ausgabe 24 hat sich Stefan Krull mit dem Abgasskandal in der deutschen Auto- und Zuliefererindustrie befasst. Er schildert dabei die Ereignisse seit der Aufdeckung der Betrugsfälle seit September 2015, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der IG Metall und der betrieblichen Interessenvertretungen. In der aktuellen Ausgabe 25 diskutiert Achim Brunnengräber die Ambivalenzen der E-Mobilität und die Rolle der deutschen Autoindustrie in diesem Zusammenhang. Schließlich möchten wir noch darauf hinweisen, dass sich in der Zeitschrift Ze.tt ein Interview mit einem Mitglied unserer Redaktion zu Streikrecht und Klimastreiks findet. Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Demonstrieren wünscht

Die Redaktion

50 Jahre Septemberstreiks

Beverly Silver verwies in ihrer Historiographie der Arbeitsunruhen im 20. Jahrhundert auf die Notwendigkeit, ein systematisiertes Verständnis für die aggregierte Bedeutung lokaler Arbeitskonflikte zu entwickeln, um die Dynamik von historischen Klassenbeziehungen überhaupt zu begreifen: Im Kern geht es ihr dabei nicht zentral um Klassenstrukturen, sondern um die Untersuchung einer stets erneuerten Klassenbildung, dabei verweisend auf eine Interpretation des Marx‘schen (und Polanyi’schen) Werks hin zu einem historischen und relationalen Klassenbegriff. Sie schlägt auf dieser Grundlage einen Begriff der „Arbeitsunruhen“ (labor unrest) vor, der organisierte, dokumentierte kollektive Aktionen von Arbeiter_innen bezeichnet, sei es am Arbeitsplatz, sei es im Rahmen von Arbeiter_innenbewegungen im öffentlichen Raum. Weiterlesen

Heft 25 ist erschienen

Das neue Heft der Sozial.Geschichte Online ist auf den Seiten von DuEPublico als PDF erschienen und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Die Printausgabe von Heft 25 wird demnächst erscheinen. Das aktuelle Heft enthält Forschungsbeiträge von Peter Birke und Felix Bluhm über die neue Migration zwischen Grenzregime und Erwerbsarbeit sowie von Thomas Gräfe zum Antisemitismus im deutschen Kaiserreich, einen Beitrag Achim Brunnengräbers über die deutsche Automobilindustrie im Strukturwandel zur E-Mobilität, ein Interview mit Willi Hajek über die Gilets jaunes / Gelbwesten, einen Rezessionsessay von Ahlrich Meyer, „Wie Hannah Arendt versuchte, Karl Marx beizukommen“ anlässlich des Erscheinens der Arendt-Gesamtausgabe“, sowie zahlreiche Buchbesprechungen. Weiterlesen