„Nicht rechts, nicht links“? Ideologien und Aktionsformen der „Corona-Rebellen“

Als teilnehmender Beobachter der „Hygiene-Demos“, die im Frühjahr 2020 vor der Berliner Volksbühne stattfanden, und der überregionalen „Querdenken“-Großdemonstrationen im August 2020 in Berlin erhielt Gerhard Hanloser den Eindruck, einem „schillernden Zerfall des Politischen“ beizuwohnen. Seine empirischen Beobachtungen bilden den Ausgangspunkt für eine analytische Annäherung an das Phänomen der „Corona-Rebellen“. Handelt es sich um ein mehrheitlich linkes, rechtes oder irrationalistisches Phänomen? Um hierauf eine Antwort zu geben, wertete Hanloser die Veröffentlichungen der Organisator*innen aus, die als Spiegel der Ideenwelt der Demonstrierenden gesehen werden können. Er schlägt vor, diese Protestbewegung in drei Kategorien zu vermessen: politische Ideenwelt, beobachtbarer Habitus und unbewusste Motive. Zudem diskutiert Hanloser, inwiefern ein Rückgriff auf die kritische Sozialpsychologie die regressiven Triebkräfte dieser Bewegung verstehbar machen kann. Unsere Vorveröffentlichung aus Heft 29 der Sozial.Geschichte Online findet sich hier zum kostenfreien Download. Der Text ist ein Beitrag in unserer Reihe zu den Folgen der Pandemie.