Deutsche Reparationsschuld – 80 Jahre nach dem Überfall der Wehrmacht auf Griechenland

Respekt für Griechenland e.V. lädt ein zur Online-Diskussion am Donnerstag, 25. März, 18.30 – 20.00 Uhr

Am 6. April vor 80 Jahren begann der Angriff Deutschlands auf Griechenland. Mehr als drei Jahre hielten deutsche Soldaten das Land besetzt, plünderten es aus und zerstörten es bei ihrem Abzug. Den Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung fielen zehntausende Kinder, Frauen und Männer zum Opfer, Hunderttausende verhungerten. Nahezu alle griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Der 6. August 1941 ist ein in Deutschland vergessenes Datum des Zweiten Weltkriegs. Es ist deshalb zu begrüßen, dass am 25. März auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag an die Kriegsschuld und an die daraus erwachsenden Verpflichtungen erinnert wird. Aber wird es auch einen Neubeginn in der Frage der deutschen Reparationsschuld geben?

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Kniefall ohne Aufstand. Erinnerungen an den Dezember 1970 in der Volksrepublik Polen

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Im Dezember 1970 ereigneten sich in Polen zwei für die europäische Geschichte wichtige Vorgänge: Am 7. Dezember 1970 entschuldigte sich der Bundeskanzler Willy Brandt öffentlich für die Verbrechen der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs, kniete vor dem Mahnmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto nieder und unterzeichnete anschließend den Warschauer Vertrag. Eine Woche später, am 14. Dezember 1970, protestierten die Arbeiter:innen der Danziger Leninwerft gegen die von der polnischen Regierung bekanntgegebene Erhöhung der Lebensmittelpreise und lösten damit eine Regierungskrise aus. Während der fünfzigste Jahrestag des „Kniefalls von Willy Brandt“ und der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags in bundesdeutschen Printmedien, Radio und Fernsehen eine breite Öffentlichkeit fand, scheint hingegen der Aufstand der Werftarbeiter:innen vergessen. Ausgehend von dieser Beobachtung arbeitet unsere Redakteurin Sarah Graber Majchrzak den unmittelbaren Zusammenhang beider Ereignisse und die Bedeutung heraus, die den Protesten der Arbeiter:innen im Dezember 1970 für die Entstehung der Solidarność und darüber hinaus zukommt. Unsere Vorveröffentlichung aus Heft 29 der Sozial.Geschichte Online findet sich hier zum kostenfreien Download. Erst kürzlich ist das Buch von Sarah Graber Majchrzak „Arbeit – Produktion – Protest. Die Leninwerft in Gdańsk und die AG »Weser« in Bremen im Vergleich (1968–1983)“ erschienen. Aus einer Perspektive „von unten“ zeigt die vergleichende Studie auf, wie Betriebe in zwei unterschiedlichen politisch-ökonomischen Systemen seit den 1970er Jahren auf technische Veränderungen und die verschärfte Konkurrenz auf dem Weltmarkt reagierten.

„Nicht rechts, nicht links“? Ideologien und Aktionsformen der „Corona-Rebellen“

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Als teilnehmender Beobachter der „Hygiene-Demos“, die im Frühjahr 2020 vor der Berliner Volksbühne stattfanden, und der überregionalen „Querdenken“-Großdemonstrationen im August 2020 in Berlin erhielt Gerhard Hanloser den Eindruck, einem „schillernden Zerfall des Politischen“ beizuwohnen. Seine empirischen Beobachtungen bilden den Ausgangspunkt für eine analytische Annäherung an das Phänomen der „Corona-Rebellen“. Handelt es sich um ein mehrheitlich linkes, rechtes oder irrationalistisches Phänomen? Um hierauf eine Antwort zu geben, wertete Hanloser die Veröffentlichungen der Organisator*innen aus, die als Spiegel der Ideenwelt der Demonstrierenden gesehen werden können. Er schlägt vor, diese Protestbewegung in drei Kategorien zu vermessen: politische Ideenwelt, beobachtbarer Habitus und unbewusste Motive. Zudem diskutiert Hanloser, inwiefern ein Rückgriff auf die kritische Sozialpsychologie die regressiven Triebkräfte dieser Bewegung verstehbar machen kann. Unsere Vorveröffentlichung aus Heft 29 der Sozial.Geschichte Online findet sich hier zum kostenfreien Download. Der Text ist ein Beitrag in unserer Reihe zu den Folgen der Pandemie.

Appell zur SOFORTIGEN EVAKUIERUNG VON MORIA

In einer Zeit, in der 12.500 Flüchtlinge und Asylsuchende obdachlos auf den Straßen und Hügeln von Lesbos umherirren; wo die durch den Brand in Moria vergifteten und verletzten Personen von der Polizei daran gehindert werden, das Krankenhaus in Mytilene zu erreichen; wo Solidaritätsgruppe und NGOs, die die Geflüchteten mit dem Allernötigsten versorgen wollen, von Ordnungskräften blockiert oder von rechtsextremen Gruppen attackiert werden; wo die einzige Antwort der griechischen Regierung auf diesen Notstand, die Betonung der nationalen Sicherheit darstellt – in dieser Zeit können wir als europäische und Weltbürger*innen nicht länger schweigen.

Den Appel auf deutsch, auf französisch (APPEL POUR L’EVACUATION IMMEDIATE DE MORIA), auf englisch (CALL FOR THE IMMEDIATE EVACUATION OF MORIA), auf griechisch (Άμεση ΕΚΚΕΝΩΣΗ της Μόριας!), auf italienisch (APPELLO PER L’EVACUAZIONE IMMEDIATA DI MORIA) und auf spanisch (EXIGENCIA POR LA EVACUACIÓN INMEDIATA DE MORIA) weiterlesen bzw. als Pdf herunterladen und auf change.org unterschreiben.

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Hongkongs Massenbewegung nach dem Sicherheitsgesetz. Themensendung von Radio Corax

Seit über einem Jahr gehen Millionen Menschen in Hongkong auf die Straße, um gegen die autoritäre Einflussnahme Chinas zu demonstrieren. Dann wurde am 30.Juni 2020 das neue Sicherheitsgesetz durch die chinesische Regierung eingeführt. Die kommunistische Partei möchte damit die seit Anfang 2019 andauernden Proteste unterdrücken und seine Macht über die Sonderverwaltungszone Hongkong ausweiten. Radio Corax hat dies zum Anlass genommen für eine Sondersendung zu der Protestbewegung in Hongkong. Mit unserem Autor Ralf Ruckus warf Radio Corax eine linke und antikapitalistische Perspektive auf die Proteste in Hongkong. In Heft 27 erschien ein Interview mit Au Loong Yu zur Rebellion in Hongkong. Weitere Texte zur Situation in China und Hongkong finden sich in unserem Dossier.

Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)

Wir freuen uns, dass der im Jahr 2018 in den Heften 22 und 23 von Sozial.Geschichte Online veröffentlichte Aufsatz von Ahlrich Meyer und Insa Meinen, „Jüdische Immigranten in der belgischen Ökonomie (1918 bis 1942)“ (Teil 1 und Teil 2) jetzt in französischer Übersetzung erschienen ist: Ahlrich Meyer / Insa Meinen, »Immigrés juifs dans l’économie belge (de 1918 à 1942)«, Les Cahiers de la Mémoire Contemporaine / Bijdragen tot de Eigentijdse Herinnering, 14 (2019/2020), S. 13–122.

Heft 27 ist erschienen, auch als Printausgabe

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Das neue Heft der Sozial.Geschichte Online ist auf den Seiten von DuEPublico als PDF veröffentlicht und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Auch dieses Heft ist mittlerweile als Printausgabe verfügbar. Sie kann zum Preis von 10 € unter service [at] janus-projekte.de bestellt werden. Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe liegt auf der Debatte über die Corona-Krise und deren Auswirkungen für soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe. Zu lesen sind zudem Artikel von Saïd Belguidoum über die sich in Algerien seit 2019 formierende Widerstandsbewegung Hirak, von Ronja Oltmanns über rassistische Gewalt in der Bundesrepublik Anfang der 1990er Jahre und die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, von Freia Anders und Alexander Sedlmaier über Formen der Aneignung und Grenzüberschreitungen im urbanen Raum, von Sabrina Apicella über Arbeitskämpfe bei Amazon u.v.m. → Editorial → Inhaltsverzeichnis