Debatte zu Eribons „Rückkehr nach Reims“

Didier Eribons Rückkehr nach Reims hat, mehrere Jahre nach der französischsprachigen Erstveröffentlichung, 2016 für viel Wirbel in der linksliberalen deutschen Öffentlichkeit gesorgt. Die Rezeption drehte sich allerdings vorrangig um die Frage, warum viele Arbeiter_innen rechte beziehungsweise „rechtspopulistische“ Parteien wählen. Dabei wurde nicht selten eine zentrale Botschaft des Buchs – die Kritik an der Abkehr von Klassenbegriffen – geradezu ins Gegenteil verkehrt. Peter Birke rekonstruiert den Debattenverlauf – und behauptet, dass Eribons autobiographische Erzählung tatsächlich eher Anlass sein sollte, die aktuelle Verfasstheit der bundesdeutschen Klassengesellschaft als bedeutendes Thema aufzugreifen. Peter Birkes Beitrag Abheben und Verschwinden. Die Debatte zu Eribons Rückkehr nach Reims wird in Heft 21 (2017) der Sozial.Geschichte Online erscheinen – hier unsere Vorveröffentlichung.

„Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration

Nach dem „Sommer der Migration“ hat es verschiedene Versuche der Staaten gegeben, das europäische Grenzregime zu erneuern. Zugleich wurde – unter den Bedingungen der Austeritätspolitik – der Versuch einer Sortierung der Geflüchteten nach dem Gesichtspunkt der Verwertbarkeit ihrer Arbeitskraft unternommen. Sozial.Geschichte Online will sich den daraus entstehenden Konflikten in der kommenden Zeit systematisch und regelmäßig widmen. Zum Auftakt dieser Reihe finden sich hier zwei Texte aus Heft 20 der Zeitschrift. Die Basisdemokratische Linke Göttingen diskutiert in ihrem Beitrag Arbeit um jeden Preis die arbeitspolitischen Wirkungen des Integrationsgesetzes und betont dabei vor allem die Notwendigkeit einer praktischen Kritik an dem entstehenden workfare-Regime. Die Hamburger Gruppe Blauer Montag diskutiert in ihrem Beitrag  „Flüchtlingskrise“ und autoritäre Integration die Folgen und Perspektiven der sogenannten Flüchtlingskrise des Jahres 2015, nicht zuletzt aus der Erkenntnis heraus, dass die bundesdeutsche Linke bislang kaum Alternativen zu der sich entwickelnden „autoritären Integration“ formuliert hat.

Nachruf auf Heinrich Senfft

Am 14. Januar ist der Medienjurist und Publizist Heinrich Senfft im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war über drei Jahrzehnte lang einer der profiliertesten Anwälte des Zivilrechts, wobei er sich auf die Konfliktzone zwischen Persönlichkeitsschutz und Pressefreiheit spezialisiert hatte. Zusätzlich veröffentlichte er seit Ende der 1980er Jahre kritische Beiträge zur NS-Vergangenheit und zur deutsch-deutschen Gegenwart. Ein Nachruf von Karl Heinz Roth

Armut, Arbeit, Entwicklung

Im Mandelbaum Verlag ist ein Buch unseres langjährigen Autors und Redaktionsmitglieds Max Henninger erschienen, das auf seinen Arbeiten für diese Zeitschrift aufbaut. Zu den darin verhandelten Themen zählen das Erbe des italienischen Operaismus, Karl Marxens Verhältnis zur Industrialisierung, die Verstädterung der Menschheit, die Ambivalenz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Klimawandel als Produkt und potenzieller Endpunkt kapitalistischer Entwicklung. Nähere Informationen zu dem Armut, Arbeit, Entwicklung betitelten Band finden sich auf der Seite des Mandelbaum Verlags zum Buch.

Beobachtungsstelle für Faschismusforschung

An dieser Stelle dokumentieren wir die Erklärung zur Gründung der Osservatorio per la libertà di ricerca sui fascismi di ieri e di oggi / Beobachtungsstelle für die Freiheit der Forschung über den Faschismus gestern und heute (hier auch als PDF abrufbar):
„Seit einigen Jahren wird in Italien die Freiheit der historischen und sozialwissenschaftlichen Forschung zunehmend durch das Phänomen des Rückgriffs auf juristische Verfahren – insbesondere Beleidigungsklagen – bedroht. Sie werden von Personen angestrengt, die große Entschädigungssummen fordern und dabei oft durch ideologische Gründe motiviert sind. Dieses Phänomen betrifft vor allem solche Kolleginnen und Kollegen, die sich mit Faschismusforschung beschäftigen. Weiterlesen

Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch?

Anfang 2017 wird Ausgabe 20 der Sozial.Geschichte Online erscheinen, diesen Beitrag von Frido Wenten veröffentlichen wir jedoch bereits jetzt. Der Autor beschäftigt sich eingehend mit dem Für und Wider einer Vermittlung des Klassenkonfliktes in China durch reformierte Gewerkschaften und Tarifverhandlungen, die von unterschiedlichen Kreisen innerhalb und außerhalb Chinas vorgeschlagen wird. Eine derartige Vermittlung erhöht seiner Meinung nach im Vergleich zu den gegenwärtigen wilden Streiks und Organisierungsformen das Risiko von Kooption und Repression und geht zudem von der irrigen Annahme aus, dass Arbeiterbewegungen nur dann Verbesserungen erkämpfen und erhalten können, wenn sie über repräsentative Organisationen verfügen: Gewerkschaftsreformen in China – Segen oder Fluch? Kontroverses zu Tarifverhandlungen und „zellulärem“ Aktivismus

Sylvia Wagners Forschungen über Heimkinder

Es kommt eher selten vor, dass ein Beitrag in unserem Heft ein großes mediales Echo und breite öffentliche Aufmerksamkeit hervorruft. Über Sylvia Wagners Forschungsbeitrag „Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte. Arzneimittelstudien an Heimkindern“ ist in unterschiedlichen Medien berichtet worden, weswegen wir an dieser Stelle unsere Leser_innen auf die Beiträge des NDR über Medikamentenstudien an Schleswiger Heimkindern und des WDR über Studien an Essener Heimkindern hinweisen möchten, die auf den Forschungen der Krefelder Pharmazeutin basieren.

Heft 17 ist erschienen

Die neue Nummer von Sozial.Geschichte Online ist als PDF auf DuEPublico erschienen. Das Heft enthält u. a. einen Forschungsbeitrag von Jörg Nowak über „Massenstreiks im Bausektor Brasiliens zwischen 2011 und 2014“, einen Beitrag Lisa Vollmers über „Die Berliner Mieter_innenbewegung zwischen lokalen Konflikten und globalen Widersprüchen“, einen Diskussionsbeitrag von Max Henninger, „Neues vom kranken Planeten. Zu einem Text aus dem Nachlass Guy Debords“, einen Rezensionsaufsatz von Ralf Ruckus über „Die andere Kulturrevolution – Wu Yichings Thesen zur historischen Krise des chinesischen Sozialismus“ und einen Nachruf Sven Gringmuths auf den Liedermacher Walter Mossmann: „Die Mühen der Ebene. Walter Mossmanns Flugblattlieder“. Weiterlesen

Heft 16 ist erschienen

Die neue Nummer unserer Zeitschrift ist als PDF auf DuEPublico erschienen.
Das Heft enthält u. a. einen Forschungsüberblick von Hartmut Rübner über den „Kampf gegen die Attentäter und Verschwörer. Anarchismus in den ‚Terror Studies'“, einen Beitrag von Peter Birke, Florian Hohenstatt und Moritz Rinn über „Gentrifizierung, Aktivismus, ‚Rollenspiele‘. Erfahrungen am Hamburger Stadtrand“ und einen Aufsatz von Wolfgang Hien über „Die Asbestkatastrophe. Geschichte und Gegenwart einer Berufskrankheit“. Weiterlesen