Der Zustand der Welt und die Lage der Unterklassen

Hervorgehoben

Im April 2024 haben wir hier ein Thesenpapier der Initiativgruppe „Sozialismus oder Barbarei“ veröffentlicht. Dieses Papier, das vor dem Hintergrund der aktuellen Kriege eine grundlegend antimilitaristische und antikapitalistische Position vertritt, hat seitdem eine breite Diskussion ausgelöst. In diesem Blogbeitrag machen wir aus dieser Diskussion eine Stellungnahme der Gruppe Blauer Montag zugänglich. Zudem hat Karl Heinz Roth eine Reaktion auf die Diskussion mit Blick auf die „Lage des globalen Multiversums und die sich daraus ergebenden Perspektiven“ geschrieben, das hier heruntergeladen werden kann.

Die Anfänge der proletarischen Frauenbewegung und ihre Internationalisierung

Über die Geschichte der Frauenbewegungen gibt es eine Fülle an Material und Erzählungen, wobei meist der Fokus auf den bürgerlichen Frauenbewegungen liegt. Unsere Autorin Gisela Notz beleuchtet in ihrem Artikel dagegen die Anfänge und ersten Organisationsformen der proletarischen Frauenbewegung vor dem Hintergrund der damaligen Arbeits- und Lebensbedingungen von Industriearbeiterinnen, Heimarbeiterinnen und Dienstbotinnen. Die Kämpfe, Erfolge und Niederlagen der proletarischen Frauenbewegung verdeutlichen, dass ihre Trägerinnen von Beginn an eine intersektionale Perspektive verfolgten. Aus ihren Erfahrungen leiteten sie schließlich die Notwendigkeit einer internationalen Ausrichtung ab. Die Vorveröffentlichung von Gisela Notz‘ Beitrag aus Heft 36 findet sich hier zum kostenfreien Download. Der proletarischen Frauenbewegung widmet sich auch die Zeitschrift Arbeit – Bewegung – Geschichte in ihrem aktuellen Schwerpunktheft.

Debatte: Notstand der Arbeitsgesellschaft und Corona-Krise

Man sollte angesichts der Corona-Krise nicht so ergebnisoffen schreiben, erklärten unsere Freund*innen von analyse & kritik im März 2020, sondern besser über Proteste und Kämpfe, an die anzuknüpfen wäre.

Mit diesem Ziel haben wir während des ersten Lockdowns im Frühjahr vergangenen Jahres die Einschätzung der Gruppe Blauer Montag zum Notstand der Arbeitsgesellschaft veröffentlicht. Mit vielen damals offenen Fragen: Wie kann man sich auf die dort beobachteten Konflikte um gesellschaftliche Arbeit beziehen? Was bedeutete das für den Alltag, für Sorgearbeit und Kinderbetreuung, für Geschlechter- und Migrationsverhältnisse? Wie zeigt sich der Notstand auf globaler Ebene und was ist angesichts der Pandemie mit den Aufständen passiert, die im Jahre 2019 eine große Rolle gespielt haben? Seitdem sind in Sozial.Geschichte Online einige Texte erschienen, die teilweise direkt auf den Beitrag der Gruppe Blauer Montag reagieren, teilweise die seitdem aufgekommenen Fragen zum Verhältnis von Pandemie und Sozialprotest reflektieren.

So erschien im Frühjahr 2020 ein Beitrag von Wolfgang Völker zu Arbeit am Notstand: Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe, Selbstorganisation. Zur selben Zeit schrieb Peter Birke angesichts der Konflikte über Saisonarbeit in der Landwirtschaft über Coesfeld und die Folgen: Arbeit und Migration in der Pandemie. Im direkten inhaltlichen Anschluss untersuchte er im Winter 2020/21 die im sogenannten Arbeitsschutzkontrollgesetz enthaltenden Reformen in Die Fleischindustrie in der Coronakrise. Eine Studie zu Arbeit, Migration und multipler Prekarität. Unter dem unmittelbaren Eindruck der zweiten Welle und des möglicherweise dritten Lockdowns analysierte Wolfgang Hien dann Anfang 2021 Corona-Pandemie: Gesundheitsschutz, Arbeitsverhältnisse, Pflegearbeit. Fast gleichzeitig publizierte Gerhard Hanloser seine Beobachtungen zu den sogenannten Corona-Demos: „Nicht rechts, nicht links“? Ideologien und Aktionsformen der „Corona-Rebellen“.

Aus transnationaler Perspektive erschienen schließlich im Sommer 2020 ein kurzer Essay von John Holloway Corona-Krise: A Cascade of Angers / Eine Kaskade des Zorns sowie ein Interview mit Lou Marin und Willi Hajek über die Sozialen Bewegungen in Frankreich im Zeitalter der Pandemie.

Weitere Beiträge werden folgen. Die Redaktion freut sich über Einreichungen, siehe hierzu unser Call for Papers.