Online-Ausstellung „ ITALIENISCHE ARBEITSKRÄFTE IM REICH“

Die Online-Ausstellung „ ITALIENISCHE ARBEITSKRÄFTE IM REICH“ rekonstruiert die höchst unterschiedlichen Geschichten der 1,2 Millionen Männer und Frauen, die zwischen 1938 und 1945 in NS-Deutschland als Arbeitskräfte für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden. Die komplexen Rahmen- und konkreten Einsatzbedingungen der italienischen Arbeitskräfte im Deutschen Reich sind Gegenstand jahrelanger Arbeit der Forschungsgruppe ANRP, die in dieser Ausstellung und im Rahmen der von Sozial.Geschichte Online unterstützten Tagung „Italienische Arbeitskräfte für die deutsche Kriegswirtschaft 1938–1945“ präsentiert werden. Die Ausstellung ist ab sofort frei zugänglich unter https://italienischearbeitskraefteimreich.eu/.

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Für die feministische Revolution im Iran!

Die Redaktion von Sozial.Geschichte Online unterstützt die Solidarität für die Aufstände im Iran, wie sie sich neben zahlreichen Demonstrationen in der Bundesrepublik und vielen anderen Ländern auch in einer Petition von Wissenschaftler:innen finden: „On 16 September, Mahsa (Zhina) Amini, a 22-year-old Kurdish-Iranian woman, was brutally murdered by the morality police of the Islamic Republic of Iran. She was beaten several times on the head after her arrest for wearing so-called ‘improper’ hijab. This was among many other state murders committed systemically and purposefully by the gender-apartheid regime of Iran. Since this state murder, people have been protesting in many cities in Iran. This country-wide revolt is against not only the brutal murder of Mahsa but also the essence of the Islamic regime. The demand is loud and clear: an end to a theocratic regime whose multi-faceted violence against marginalized bodies is manifested in Mahsa’s death. In the face of terror and repression, we are witnessing a feminist revolution in Iran ignited by rage at the murder of Mahsa (Zhina) Amini.“ Zum vollständigen Text.

Vorveröffentlichung: Ralf Hoffrogge, Sozialpartnerschaft mit kurzer Tradition

Deutschland gilt als Modellfall für Sozialpartnerschaft und Korporatismus oder, in der Typologie der Varieties of Capitalism, als koordinierte Marktwirtschaft, Großbritannien dagegen als Modell für eine voluntaristische Form der Arbeitsbeziehungen. Ralf Hoffrogge hinterfragt diese Annahmen in einer Vorveröffentlichung zu Heft 34 unserer Zeitschrift: Sein Text „Sozialpartnerschaft mit kurzer Tradition. Korporatismus, Voluntarismus und die ‚Varianten des Kapitalismus'“ basiert auf einem Vergleich der Industriegewerkschaft Metall und der Amalgamated Engineering Union. Hoffrogge arbeitet heraus, dass beide Gewerkschaften über einen langen Zeitraum fast identische Antworten auf dieselben globalen Herausforderungen fanden. Die Aufspaltung zweier nationaler Systeme der Arbeitsbeziehungen setzt er nicht, wie andere Studien, bereits vor 1918 an, sondern erst spät: Zwischen 1973 und 1979 verloren die britischen Gewerkschaften jede Hoffnung auf ein korporatistisches Arrangement, während der deutsche Korporatismus mit eingeschränktem Handlungsspielraum für Gewerkschaften überlebte. Hier geht es zum Text:

Italienische Arbeitskräfte für die deutsche Kriegswirtschaft 1938–1945

Sozial.Geschichte Online unterstützt die Tagung „Italienische Arbeitskräfte für die deutsche Kriegswirtschaft 1938–1945“, die vom 1. bis 3. Dezember 2022 an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz stattfindet und auf der auch unser Autor Karl Heinz Roth spricht. Vorgestellt wird die jahrelange Arbeit der Forschungsgruppe „Associazione Nazionale Reduci dalla Prigionia, dall’Internamento, dalla Guerra di Liberazione e loro familiari“ (ANRP) zu den Rekrutierungs- und Einsatzbedingungen der italienischen Arbeitskräfte im Deutschen Reich. Zum Programm bitte hier klicken. Die Veranstaltung findet hybrid statt, eine Teilnahme ist vor Ort oder online möglich. Anmeldungen bitte an: Freia Anders, anders@uni-mainz.de.

Willi Hajek ist verstorben

Die Redaktion von Sozial.Geschichte Online trauert um unseren Genossen, Autoren und Freund Willi Hajek, der am 3. Oktober 2022 im Alter von 76 Jahren in der Nähe von Marseille verstorben ist, wo er seit einigen Jahren gelebt hat. Willi war einer der wichtigsten Netzwerker der bundesdeutschen Gewerkschaftslinken, Aktivist der „Gegenwehr ohne Grenzen“ (GOG) bei Opel in Bochum, aber auch der Gewerkschaft SUD in Frankreich, ein Vermittler zwischen sozialen Bewegungen und Kämpfen in Frankreich und Deutschland. In Sozial.Geschichte Online hat Willi zuletzt in einem ausführlichen Interview über die „Gelbwesten“ in Frankreich berichtet, außerdem sprach er, gemeinsam mit Lou Marin, über die Situation der Sozialproteste in Frankreich während der Pandemie. Wir vermissen Willis Offenheit, seine Herzlichkeit und seinen unerschütterlichen Optimismus. Ein ausführlicher Nachruf wird in Heft 34 unserer Zeitschrift erscheinen.