Arbeit, Rassismus und Kämpfe der Migration

Das Buch „Grenzen aus Glas. Arbeit, Rassismus und Kämpfe der Migration in Deutschland“ unseres Redakteurs Peter Birke ist soeben im Mandelbaumverlag erschienen. Mit dem Online-Versandhandel und der Fleischindustrie fokussiert die Studie auf zwei Branchen, in denen überwiegend Menschen ohne deutschen Pass unter extrem ausbeuterischen und gesundheitsschädigenden Bedingungen arbeiten. Ausgehend von den konkreten Tätigkeiten und Handlungsbedingungen der Beschäftigten in den Betrieben analysiert Peter Birke den Zusammenhang zwischen Arbeitsverhältnissen, Rassismus und Kämpfen der Migration. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich von 2017 bis 2021 – in den Blick geraten somit eben jene Kämpfe, die der mit Ausbruch der Pandemie öffentlich wahrnehmbareren Kritik an den Missständen in diesen Branchen und den hierdurch ausgelösten Reformen vorausgingen. Weiterlesen

Sergio Bologna: Wir dürfen der extremen Rechten nicht die Idee der Freiheit überlassen!

Dieser Text unseres langjährigen Autors ist vor kurzem als Beitrag zur Kritik der Bewegungen der Impfverweigerer in Italien in der Zeitschrift „Officina Primo Maggio“ erschienen. Sein Inhalt hat aus unserer Sicht eine Bedeutung weit über die Situation in Italien hinaus und viele Parallelen zur Diskussion in Deutschland und allgemein im Westen. Im Zentrum steht der in den  no-vax-Demos in Italien vielfach evozierte Begriff der „Freiheit“, der unter der trumpistischen Rechten zu einem Mantra geworden ist. Bologna diskutiert die Entwicklung der Impfverweigerungsszene mit ihren „Freiheits“-Begriff im Zusammenhang mit der Durchsetzung einer neuen Entwicklungsstufe der Produktivkräfte, in denen die Macht der Internetgiganten die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit neu strukturiert. Der Autor kritisiert den Mangel historischen Bewusstseins bezüglich linker Konzepte in der Gesundheitspolitik angesichts der Coronapandemie. Schließlich weist Forderungen nach einem Verbot faschistischer Parteien wegen jüngster Angriffe auf die Gewerkschaften zurück, weil er es Aufgabe auch der Linken sieht, eine grundlegende Auseinandersetzung mit diesen Kräften zu führen. Unsere Vorveröffentlichung aus Heft 31 findet sich hier.