Ausrichtung

Als Nachfolgeprojekt von “1999” und “Sozial.Geschichte” ist “Sozial.Geschichte Online” der kritischen Erforschung des Nationalsozialismus sowie der globalen Arbeitsgeschichte besonders verbunden. Die Redaktion bemüht sich, diese Themenbereiche nach Möglichkeit zu pflegen. Die Erforschung des Nationalsozialismus beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit dessen Vorlauf und Nachwirkungen (Antisemitismus, Nationalismus, Esoterik/Lebensreform); darüber hinaus besteht ein besonderes Interesse an den wirtschaftsgeschichtlichen Aspekten des NS-Regimes. Mit Bezug auf die globale Arbeitsgeschichte interessieren besonders die Rolle der ArbeiterInnenbewegungen und Organisationen sowie die innerhalb dieser ausgetragenen konzeptionellen und strategischen Auseinandersetzungen.

Seit der Konstituierung der Zeitschrift als Online-Publikation besteht darüber hinaus das Anliegen, den Verlauf der aktuellen Weltwirtschaftskrise sowie der mit ihr einhergehenden Sozialbewegungen und Proteste zu dokumentieren und zu reflektieren. Als dreimal jährlich erscheinendes Periodikum kann die Zeitschrift dabei allerdings keine aktuelle Berichterstattung leisten. Vielmehr geht es um Hintergrundanalyse und das Herausarbeiten mittel- und langfristiger Perspektiven.

Weitere Themen, an deren Bearbeitung in der Redaktion besonderes Interesse besteht, sind: Konflikte um die Abschottung der Europäischen Union gegenüber Migrationsbewegungen sowie Konflikte um Migration im Allgemeinen; Arbeitskämpfe im Bereich der prekären Beschäftigung sowie Arbeitskämpfe im Allgemeinen; Selbstorganisierungsprozesse von Arbeitern und Arbeiterinnen in den BRICS-Staaten; Geschichte der antiautoritären Strömungen innerhalb der ArbeiterInnenbewegung; Geschichte oppositioneller Strömungen innerhalb der ArbeiterInnenbewegung; Konflikte um Stadtentwicklung innerhalb und außerhalb Europas; Sozialgeschichte Osteuropas im 20. Jahrhundert und soziale Konflikte im Osteuropa der Gegenwart.

Die Zeitschrift hat ein besonderes Interesse an einer außerakademischen sozialgeschichtlichen Forschungs- und Theoriearbeit. Solche Ansätze sollen im Zusammenhang mit der Wissenschaftsgeschichte, aber auch als aktuelle Debatte um Möglichkeiten und Grenzen außerakademischer, selbstorganisierter Forschungs- und Theoriearbeit auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die Zeitschrift ist einer möglichst globalen Sicht auf historische und aktuelle Entwicklungen verpflichtet. Dabei geht es weniger darum, Gesamtschauen zu versuchen als um die Aufmerksamkeit für Entwicklungen in verschiedenen Regionen und Erdteilen. Komparative Ansätze sowie kritische theoretische Auseinandersetzungen mit dem Eurozentrismus sind willkommen. Die Zeitschrift ist offen für ideen- und kulturgeschichtliche Zugänge sowie für Spezialuntersuchungen, etwa in den Bereichen Medizin- oder Wissenschaftsgeschichte.