Veranstaltung in Göttingen: Der Arbeitskampf bei LIP in Besançon 1973-1987

Die Beschäftigten des französischen Uhrenherstellers LIP machten 1973 europaweit Furore: Im Kampf gegen Entlassungen stellten sie Verhandlungsroutinen und Hierarchien infrage und nahmen Produktion und Verkauf von Armbanduhren in die eigene Hand. Wenige Jahre später gründeten die „LIPs“ mehrere Produktionsgenossenschaften. Jens Beckmann, Mitglied der Redaktion unserer Zeitschrift, hat den Kampf um LIP von den Anfängen bis zum Arbeitsalltag in den 1980er Jahren untersucht. Seine Dissertation ist kürzlich beim Transcript-Verlag erschienen. Am 22. Januar, 19 Uhr, stellt er sein Buch im Roten Buchladen, Nicolaikirchhof, Göttingen, vor.

Im Zentrum des Textes steht die Frage nach Vorstellungen und (widersprüchlichen) Praxen von Selbstverwaltung – von der Revolte der 1968er Jahre bis zu Kurzarbeit und Sozialplänen. Thema unserer Diskussion wird vor allem die visuelle Seite dieser Geschichte sein. Jens Beckmann wird einige der erstaunlich vielen filmischen Dokumente zu dieser Geschichte vorstellen. Am Ende könnte dann die Frage stehen, ob und wie Konzepte von Selbstverwaltung in der Gegenwart noch emanzipatorisch und demokratisch gedacht werden können, in einer Zeit, in der Aktivierungspolitik und Selbstausbeutung zu Schlüsselkonzepten der Arbeitsmarktpolitik und der betrieblichen Verwertung von Lohnarbeit geworden sind. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Seminars „Arbeitskämpfe im Film“ statt, die derzeit von Lisa Hilbig und Peter Birke am Institut für Soziologie der Uni Göttingen angeboten wird. Sie wird unterstützt von ver.di Göttingen. [Ankündigung als PDF]