Tagungsankündigung: Linke Zwischengruppen – vor, mit und jenseits der Neuen Linken in beiden deutschen Staaten

Die politische Geschichte der Arbeiterbewegung war im 20. Jahrhundert auch von ihrer Spaltung geprägt. In der Weimarer Republik entstanden aus Abspaltungen von SPD und KPD die sogenannten „Zwischengruppen“, kleinere Gruppierungen wie die KPO, SAP oder der Leninbund. Was blieb 1945 nach den Jahren der Verfolgung und des Exils von diesen häufig intellektuell kraftvollen, aber politisch meist einflusslosen Gruppen? Wie wirkten die ehemaligen Akteure nach 1945, welche Netzwerke oder Organisationen wurden wiederbelebt? Warum erhielten gerade die Zwischengruppen in der Neuen Linken seit den 1960er Jahren erneut Aufmerksamkeit? Waren sie eine Art ‚Neue Linke‘ avant la lettre, oder galten sie den Nachgeborenen vor allem als nicht durch Macht und Regierungsbeteiligung korrumpiert und daher intellektuell attraktiv? In den Beiträgen der Konferenz wird nach intellektuellen, aber auch politischen Einflüssen und biografischen Zugängen gefragt. So können Ort und Einfluss der ehemaligen Angehörigen der Zwischengruppen und ihrer politischen Konzeptionen in der Bundesrepublik und der DDR sowie Ausstrahlungen nach Osteuropa erkundet werden. Nähere Informationen zur Tagung, die am 12. und 13. Oktober in der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (FZH) in Hamburg stattfindet, finden sich hier.